Kulturhauptstadt – Das war der Weg ins Finale

Chemnitz- Es war ein langer Weg bis zur finalen Entscheidung der Kulturhauptstadtbewerbung, die nun am 28. Oktober fallen wird. Die sächsische Großstadt Chemnitz hat es unter die finalen fünf geschafft.

Doch zunächst ein Rückblick. Im Jahr 2017 beschloss der Stadtrat die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025. Noch im selben Jahr wurde das Kulturhauptstadtbüro im Rosenhof errichtet, um den Chemnitzern einen Einblick in den Ablauf der Bewerbung zu geben. Allerdings fand die Entscheidung nicht bei jedem Bürger sofort anklang. Dennoch wurde an der Strategie für die Kulturhauptstadt festgehalten. Die Idee nimm im Laufe immer mehr Fahrt auf und gewann kräftige Unterstützer. Bereits im Januar 2018 besuchte der Vorsitzende der EU-Jury Chemnitz und bekräftigte die Stadt in ihrem Vorhaben zur Bewerbung.

Im Sommer stand schließlich das Motto „AUFbrüche. Opening Minds. Creating Spaces“ fest. Dieses sollte dafür stehen, dass sich die Region öffnet, Geschichte erlebbar macht und der Alltag auf verschiedene Art und Weise erleichtert wird. Im Sommer 2018 erlangte Chemnitz mit seinen Ausschreitungen nach dem Mord an Daniel H. Weltweites aufsehen. Ein Grund die Bewerbung zurückzuziehen? Im Gegenteil.  Noch im selben Monat erhält die Stadt die Zusage aus dem Freistaat für finanzielle Unterstützung. Mit diesem Rückenwind und dem Austausch mit den Bürgern, sollte weiterhin über die Zukunft der Stadt gesprochen werden. Des weiteren fanden sich im Frühjahr 2019 Unternehmer, Kammern und Kreditinstitute, welche den Klub 2025 gründeten und somit tatkräftig bei der Bewerbung unterstützen. Auch als Bundeskanzlerin Angela Merkel zum zweiten Mal in Chemnitz zu Gast war und ein Spiel der nun Erstligisten Niners besuchte, nutzte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die Chance um über die Kulturhauptstadtbewerbung, Elektrifizierung und die Ansiedlung von großen Unternehmen in der Region zu sprechen.

Am 12. Dezember dann das erste Aufatmen. Chemnitz darf den Traum von der Kulturhauptstadt 2025 weiterträumen. In Berlin gab es die erste Entscheidung für die finale Auswahl. Während Dresden ausscheidet, schaffen es Chemnitz, Hildesheim, Nürnberg, Hannover und Magdeburg in die Finalrunde. Seit dieser Entscheidung sind nun mehrere Monate ins Land gegangen und Chemnitz musste sich beim City Visit digital behaupten. Bis es jedoch zu diesem Spaziergang kam, landete eine alte Tatrabahn im Stadthallenpark, wurde das Bid Book II mit dem neuen Motto „C the unseen“ per Fahrrad nach Berlin gebracht und die neue Skodabahnflotte eingeweiht. Am Tag der Besichtigung wurden die Akteure mit großem Interesse begleitet. Beginnend im Heckert Gebiet endete der Spaziergang, nachdem unter anderem ein „Flüchltingsboot“ auf dem Theaterplatz zerschellte, im Stadtzentrum.

Nach all den Bemühungen heißt es nun abwarten und Daumen drücken. Bis die internationale Jury ihre Entscheidung verkündet, bleiben nur noch wenige Stunden. Den kompletten Livestream der Entscheidung sehen Sie bereits am Mittwoch live bei Sachsen Fernsehen ab 13 Uhr.