„Leere Stühle“ – das Gastgewerbe ruft nach Hilfe

Sachsen – Die Stühle in den Hotels, Cafés, Bars, Restaurants und Konzertsälen bleiben seit über fünf Wochen leer. Die Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter kommen an ihre Grenzen. Jetzt rufen sie mit einer ungewöhnlichen Kampagne nach Unterstützung.

Mit der Aktion „Leere Stühle“ schreit die Branche bundesweit an diesem Freitag nach Hilfe. In Chemnitz erheben rund 80 Unternehmer des Gastgewerbes aus der Stadt und der Umgebung ihre Stimme. Um gemeinsam den Protest zu zeigen und doch dem Versammlungsverbot zu entsprechen, platzieren sie leere Stühle auf dem Neumarkt. Jeder Stuhl steht symbolisch für einen Gastronomen. Einen Gastronomen, der in dieser Zeit, um sein Überleben kämpft.

Für die Unternehmer sind die Corona-Maßnahmen aus gesundheitlicher Sicht nachvollziehbar. Doch für ihre Existenz sind sie ein Desaster. Aus diesem Grund senden sie diesen Hilferuf an die Bundesregierung, die Landesdirektion Sachsen und die Stadt Chemnitz. Die Politik hat schon viele Hebel in Bewegung gesetzt, um zu unterstützen. Doch diese Maßnahmen stoßen immer wieder an Grenzen.

Die erst kürzlich beschlossene Mehrwertsteuersenkung auf 7 Prozent bei Speisen, hilft vielen Gastronomen. Sie bietet die Möglichkeit, den Schuldenberg ein wenig abzutragen. Doch Bars und Veranstalter profitieren nur wenig von dieser Senkung, denn Getränke bleiben bei einer Versteuerung von 19 Prozent.
All diese Mittel reichen aus aktueller Sicht nicht aus, um die Unternehmer im Gastgewerbe durch diese Krise zu bringen. Die Branche hat Forderungen, mit denen die Unternehmen hoffen diese Zeit überleben zu können.
Mit den Schließungen der Hotels, Bars, Cafés und Restaurants und den Absagen von Veranstaltungen werden Leben gerettet, aber auch Existenzen bedroht. Der Bund, der Freistaat und die Stadt müssen jetzt dabei helfen, dass diese Existenzen eine Chance haben zu überleben.