Möglicher Bombenfund auf dem Sonnenberg – Evakuierung in Planung

Chemnitz – Ein verdächtiger Gegenstand wurde bei Bauarbeiten auf dem Sonnenberg im Boden aufgespürt, vermutlich handelt es sich dabei um eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg. Bei Voruntersuchungen auf einer Baustelle für eine Schule in der Jakobstraße 20 wurde ein metallisches Objekt entdeckt. Wenn es sich wirklich um eine Weltkriegsbombe handelt, ist eine weitreichende Evakuierung notwendig.

Nach der Entdeckung des verdächtigen Gegenstands am 4. Juni wurden die Arbeiten sofort eingestellt. Das Objekt liegt im Moment noch vier Meter unter der Erde, daher besteht aktuell für die Anwohner keine Gefahr. Samstag Nacht soll der Fund dann weiter untersucht werden. Stellt sich heraus, dass es sich wirklich um eine Bombe handelt, wird am Sonntag, dem 14. Juni, evakuiert. Dann müssen die Anwohner ihre Häuser verlassen.

Der Sperrkreis zieht sich über Bereiche des Zentrums, den Hauptbahnhof, Teile des Lutherviertels und Teile des Sonnenbergs. Die Anwohner werden aufgefordert den Sperrkreis mit einem Radius von einem Kilometer, um diesen zu räumen. Insgesamt wären 22.000 Chemnitzer von der Evakuierungsaktion betroffen. Die Stadt bereitet für diesen Tag Notunterkünfte vor. Doch Corona erschwert die Möglichkeiten der Ausweichquartiere. Die Hygienebestimmungen müssen auch dort berücksichtigt werden.

Für pflegebedürftige Menschen innerhalb des Sperrgebietes werden besondere Vorkehrungen getroffen. Sie werden bereits am Samstagabend vorbeugend in die Notunterkünfte transportiert. Für die Bewohner der Pflegeeinrichtungen oder Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, wird derzeit noch ein Plan erarbeitet. Daneben wird es am Sonntagvormittag ab sieben Uhr auch zu Einschränkungen und Ausfällen bei Bussen, Bahnen und Straßenbahnen kommen.

Diesmal ist die Stadt gut vorbereitet, eine mögliche Evakuierung ist fast komplett entworfen. Ob die Pläne tatsächlich in die Tat umgesetzt werden müssen, zeigt sich dann erst Sonntag früh. Sollte es sich um eine Bombe handeln, wird dann der Kampfmittelräumdienst des Landes das Objekt sichten und entscheiden, ob tatsächlich eine Räumung notwendig sein wird. Ist dies der Fall, steht Chemnitz eine der größten Evakuierungen bevor, die es hier je gegeben hat.