Motorrad fahren ohne Führerschein

Wer bisher den Führerschein der Klasse B besitzt, der darf neben normalen PKW’s auch Kleinkrafträder fahren. So kann man also auch mit Mopeds oder Motorrollern mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h auf den Straßen unterwegs sein. Geht es nach Verkehrsminister Andreas Scheuer, ist das nicht genug. Aus einem Entwurf der Bundesregierung geht hervor, dass Autofahrer zukünftig auch größere Motorräder fahren könnten, ohne eine extra Prüfung dafür abzulegen. Franklin Stöckel von der Verkehrswacht Chemnitz sieht den Vorschlag eher kritisch.

Lediglich sechs Fahrstunden und eine Theorieeinheit müsste man absolvieren. Außerdem müsste der Autofahrer mindestens 25 Jahre als sein und seinen Führerschein seit fünf Jahren besitzen. Erlaubt wären dann das Fahren von Motorräder mit einem Hubraum bis 125 cm³ mit maximal 15 PS. Diese Modelle erreichen allerdings Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Bisher benötigte man dafür den Führerschein A1.

Geht man nach dem statistischen Bundesamt, ist die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer im vergangenen Jahr bereits um neun Prozent gestiegen. 2018 waren es bereits 57 mehr als noch im Vorjahr. Das die Zahl mit der vorgeschlagenen Neu-Regelung steigt ist sicherlich reine Spekulation. Auf Nachfrage bei mehreren Fahrschulen wurde diese Sorge geteilt. Denn aufgrund der fehlenden Fahrstunden und Prüfungen, können Autofahrer nur schwer die fahrerische Kompetenz für ein Motorrad erlangen.