Neuer Studiengang für die Zukunftstechnologien

In der heutigen Zeit übernehmen immer mehr Maschinen arbeiten, die Menschen in der Vergangenheit ausgeführt haben. Dadurch steigt der Bedarf an Experten, die solche Prozesse entwickeln und Steuern können. Aus diesem Grund hat die TU-Chemnitz einen neuen Masterstudiengang namens „Human Factors“ ins Leben gerufen, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Dieser setzt sich mit dem Thema der Interaktion von Menschen und Technik in komplexen Systemen auseinander.

Der Leiter der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften Prof. Dr. Josef Krems erklärt in unserem Videobeitrag die Schwerpunkte des Studiengangs.

Bereits seit dem Wintersemester 2018/2019 läuft der Studiengang an der TU-Chemnitz. Dabei sind bereits jetzt innovative Forschungsarbeiten, wie das bestimmen von Verhaltensweisen durch sogenannte Blickwinkelmessungen entstanden. Hier wird die Position des menschlichen Auges gemessen und an ein Smartphone in Echtzeit übertragen. Damit ist genau bestimmbar, wo die Aufmerksamkeit des Menschen hin geht. Einsetzbar ist die Technik zum Beispiel in der Automobilindustrie, um beispielsweise Sekundenschlaf während der Fahrt zu erkennen.

Auch die Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange findet, dass dieser moderne Studiengang genau zu den Herausforderungen passt, die Sachsen in Zukunft beschäftigen werden. Das ist beispielsweise Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge. Zugleich mit der Automatisierung ändert sich mittlerweile schon seit Jahren einiges in der Arbeitswelt. So ist deutlich zu sehen das einfache Jobs immer seltener werden und prozessgesteuerte Arbeitsplätze mit höheren Qualitätsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt entstehen. Durch die höheren Qualifikationen bedeutet dies zum einen mehr Lohn, zum anderen aber auch mehr Anforderungen in den Ausbildungen. Auf die Frage hin, ob die hohen Erwartungen an die potentiellen Arbeitnehmer, sich negativ auf die Arbeitsmarktzahlen auswirken können, baut die Staatsministerin auf das immer besser werdende Schulsystem auf.

Der Studiengang Human Factors ist in vielen Branchen, wie im Verkehr, der Medizin, der robotergesteuerten Produktion, in Kommunikationstechnologien und vielen anderen Bereichen einsetzbar. Studieren kann jeder, der bereits einen Bachelor in Psychologie, Informatik, Ingenieurswissenschaften oder Sensorik und kognitiver Psychologie hat. Aber auch andere Bachelorstudiengänge können sich bewerben, diese müssen dann jedoch mit einer Einzelfallprüfung rechnen.

Wer sich für den Studiengang entscheidet erwirbt über 4. Semester Kernkompetenzen in der Disziplin Human Factors. Das sind beispielsweise Grundlagen der Mensch-Computer Interaktion oder Ingenieur-Psychologie. Aber auch Vertiefungskurse und Projekt-Arbeiten erwarten die Studenten im neuen Studiengang.