Politiker wollen Änderungen im Stadtwald

Chemnitz – Die Wälder der Stadt Chemnitz leiden unter dem Klimawandel. Die Stürme der vergangenen Jahre haben viele Bäume zu Fall gebracht. Die Trockenheit der letzten zwei Sommer setzte den Fichten stark zu. Ohne ausreichend Feuchtigkeit können sie nicht genug Harz entwickeln, um sich gegen den Borkenkäfer zu wehren. Dieser kann sich ungehindert in den Fichten einnisten und sie damit bis zum Verfall schwächen.

Noch ist nicht klar, wie der Wald in die Zukunft überführt werden kann. Die Grünen und die SPD des Stadtrates verlangen deshalb eine Änderung in der Bewirtschaftung des Stadtwaldes. Deshalb haben beide Parteien Beschlussanträge dazu eingereicht.

Ob es wirklich ausreicht den Wald in Ruhe zu lassen, lässt sich noch nicht abschätzen. Noch spielt der wirtschaftliche Faktor des Stadtwaldes eine große Rolle. In der Vergangenheit kamen durch den Holzverkauf knapp 500.000 Euro in die Kasse der Stadt. Im letzten Jahr sind diese Einnahmen um 50 Prozent eingebrochen, da durch den bundesweiten Borkenkäferbefall der Preis für Fichtenholz extrem runter gegangen ist.
Jährlich werden in den Wäldern von Chemnitz 9.000 Festmeter Holz geschlagen. Das sind rund 4.500 Bäume. Aktuell wird der Wald mit Voranbauten verjüngt. Auf jeden Voranbau werden etwa 2.500 neue Bäume gepflanzt. Davon wird es nur ein Teil schaffen, groß zu werden.
Durch die Einführung der FSC-Standard bei der Waldbewirtschaftung schlägt die Stadt schon den Weg Richtung nachhaltigere Landwirtschaft ein. Doch die Veränderungen des Klimas bringen immer mehr Herausforderungen. In der Forstwirtschaft der Stadt wird zur Zeit einiges getestet.

Der Kommunalwald der Stadt Chemnitz umfasst rund 1.500 Hektar. Dazu gehören Alte Harth, Crimmitschauer Wald, Ebersdorfer Wald, Glösaer Wald, Hutholz, Schneller Markt, Sechsruthen, Tiergarten, Zeisigwald. Dann steht auch der Stiferwald, beim Johanneum unter der Betreuung der Stadt in dem wir an diesem Tag unterwegs waren.
Ob man mit der Umstellung der Bewirtschaftung des Stadtwaldes unsere Wälder für die Veränderungen des Klimas vorbereiten kann, wird sich erst noch zeigen. Bäume und Wald brauchen für ihre natürliche Entwicklung länger Zeit, als das Leben eines Menschen währt.