Sachsen gedenkt der Opfer der NS-Zeit

Heute vor 77 Jahren befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Konzentrationslager in Auschwitz. Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter Gedenktag. Ein Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Der ist sogar gesetzlich verankert. In der ganzen Republik sind deshalb heute in Erinnerung an die Toten verschiedenste Veranstaltungen geplant (gewesen). So zum Beispiel auch in der sächsischen Landeshauptstadt. Meine Kollegin Juliane Wirthwein ist mir nun zugeschaltet von der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden.

Juliane, unter welchen Bedingungen (Corona) fand die zentrale Gedenkfeier statt und wie wurde der Opfer gedacht?

Aufgrund andauernder Corona Pandemie viele Veranstaltungen nicht öffentlich und nur mit geladenen Gästen

auf allen Veranstaltungen galt es, die Hygienevorschriften zu beachten; Also: Abstand halten und das Tragen einer Maske

In Dresden an sich stehe ich vor Georg-Schuhmann-Bau (heute TUD)

vor 1954 Sitz des Dresdner Landgerichts mit seinem berühmt berüchtigten Gefängnis (im negativen Sinne)

heute ist hier neben TUD die Gedenkstätte Münchner Platz eingerichtet

Im Gebäudekomplex ist ex Richthof des Landgerichtes – dort Hinrichtung der Opfer

dort wurden Kränze niedergelegt

ab Mittag 12 Uhr hatten dann die Bürger der Stadt die Möglichkeit, der Opfer zu gedenken

Wer nahm denn alles an der Zeremonie teil?

In DD am Münchner Platz OB Dirk Hilbert

Vertreter des Freistaates:

Vertreter des Sächsischen Landtags: Mathias Rößler und Andrea Dombois, Erste Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags

Nicht zu vergessen: das Münchner Platz Komitee

Du hast das Münchner Platz Komitee erwähnt. Welche Rolle spielt dies beim Gedenken am heutigen Tag?

ist ein Verein, der das Andenken an die Opfer des Naziregimes und die NS-Diktatur generell aufrecht erhält.

Nicht nur das, auch Gedenken an Verbrechen der SED-Diktatur, die hier am ehemaligen Landgericht am Münchner Platz statt fanden

Wie eingangs erwähnt, ist der Tag heute ein deutschlandweiter Gedenktag, wo in Sachsen fanden denn weitere Kranzniederlegungen statt?

In Dresden selbst hat es in den vergangenen Tagen bereits Gedenkveranstaltungen gegeben. Unter anderem am Alten Leipziger Bahnhof, wo die ersten sächsischen Juden deportiert worden sind und auf dem Hellerberg. Dort war Zwangsarbeiterlager

In Chemnitz: am Mahnmal des Parks der Opfer des Faschismus

Heute ist unter anderem in Torgau weitere Gedenk-VA

In Torgau: Sachsens Kulturministerin dabei. Dort Stilles Gedenken der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Kranzniederlegung vor dem Fort Zinna (Militärgefängnis). Neben der Stiftung nimmt am Gedenken der Opfer der NS-Militärjustiz auch das DOKUMENTATIONS- UND INFORMATIONSZENTRUM Torgau teil

weitere Veranstaltungen gibt es in Leipzig, Zwickau, Radebeul, Riesa und Görlitz

Wie wichtig ist es denn auch heute noch an die Verbrechen der NS-Zeit zu erinnern?

sehr wichtig

ich hab mal gelernt: Geschichte wiederholt sich, nur unter anderen Gesichtspunkten

gerade mit unseren gegenwärtigen politischen Konstellationen in Sachsen sollten wir die Erinnerung an die Zeit zwischen 1933 und 1945 nicht vergessen

es sind ja nicht nur die Juden, die dem Regime zum Opfer gefallen sind. Es sind ja viel mehr: Sinti und Roma, Behinderten, Zeugen Jehovas, Homosexuellen , politisch anders denkende u.s.w.

Die Politiker sind sich einig, dass es heute wichtiger denn je ist, an die Ereignisse von damals zu erinnern