Studie: Tausende Neuinfektionen nach „Querdenken“-Demos

Die „Querdenken“-Demonstrationen im November 2020 haben dazu beigetragen, dass sich das Coronavirus innerhalb Deutschlands stark verbreitet hat. Zu dem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Leibnitz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE Mannheim) und der Humboldt-Universität zu Berlin. Hierbei wurden die Auswirkungen zweier großer „Querdenken“-Kundgebungen, die im November 2020 stattfanden, auf die Sieben-Tage-Inzidenz bis Ende Dezember analysiert.

Im Fokus der Studie standen die Kundgebungen am 07. November 2020 in Leipzig und am 18. November in Berlin. Zu den beiden Demonstrationen waren mehrere zehntausend Demonstranten angereist. Um die Orte für die Studie zu bestimmen, nutzen die Autoren Information über das Angebot von Busreisen eines Netzwerks von Busunternehmen. Seit Sommer 2020 hatte sich dieses auf die Beförderung von Demonstranten zu den „Querdenken“-Kundgebungen spezialisiert.

Laut dieser Studie stieg die Sieben-Tages-Inzidenz nach den Demonstrationen deutlich stärker in den Landkreisen an, die Städte mit solch einer Busverbindung beinhalten, als in Landkreisen ohne solche Busverbindungen. Die Folge davon war ein Anstieg der Sieben-Tages-Inzidenz um 40 in den betroffenen Landkreisen. Weiterhin schätzen die Wissenschaftler, dass 16.000 bis 21.000 Covid-19-Infektionen bis Weihnachten durch eine Absage der beiden großen Demonstrationen hätte verhindert werden können.