Meerane ehrt Friedrich Eduard Bilz

Meerane. Eine Gedenktafel wurde am Wohnhaus des Naturheilkundlers angebracht. Außerdem gibt es eine Dauerausstellung im Heimatmuseum zu sehen.

Meerane (UW). „Das Pflaster ist hier 160 Jahre alt. Darüber ist Bilz bestimmt gegangen“, sagte Bürgermeister Lothar Ungerer. In der Albanstraße 18 lebte Bilz mehrere Jahre. Am Haus trägt nun eine Gedenktafel an den berühmten Naturheilkundler und Erfinder der Bilz-Brause, der heutigen „Sinalco“.
„Damit ehren wir einen berühmten Bürger der Stadt“, so Ungerer. Bilz habe viele Jahre seines Lebens in Meerane zugebracht und in Meerane auch sein erstes Buch geschrieben.

Besonders rührig in Sachen Bilz-Ehrung war die Kräutergruppe unter Leistung von Roselinde Kaufmann. Sie setzten sich aktiv für die Gedenktafel ein und schlagen damit eine Brücke von einst in das Haute, wo die Naturheilmethoden wieder stark im Kommen sind.

Außerdem ist ab sofort im alten Rathaus eine Friedrich-Eduard-Bilz-Ausstellung zu sehen. Diese Dauerausstellung wird in einem separaten Raum im 1. Obergeschoss gezeigt. Hier ist die Bilz-Bibliothek, eine Dauerleihgabe des Kleingartenvereins Mittelberganlagen, zu sehen sowie weitere Erinnerungsstücke an Friedrich Eduard Bilz.

Friedrich Eduard Bilz wurde 1842 in Arnsdorf geboren. Seine Lehrjahre führten in nach Meerane, wo er eine Stelle als Handwebergeselle und Fabrikarbeiter fand. In autodidaktischen Studien wandte er sich der Naturheilkunde zu und veröffentlichte 1882 sein erstes Buch, einen Wegweiser für Gesunde und Kranke.

In der Folgezeit erschien sein Hauptwerk unter dem Titel „Das neue Naturheilverfahren“. 1889 ging Bilz nach Oberlößnitz, wo er 1892 eine Naturheilanstalt und 1903 ein „Licht-Luft-Bad“ errichtete. Gemeinsam mit dem Fabrikanten Franz Hartmann entwickelte er ein natürliches Erfrischungsgetränk, das zuerst „Bilz-Brause“, später „Sinalco“ genannt wurde.