Mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber

Chemnitz- Im Artikel 12 des deutschen Grundgesetzes steht es geschrieben: (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Das moderne Zeitalter der unzähligen Möglichkeiten treibt die Berufseinsteiger in die Qual der Wahl.

Laut aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit, stieg die Zahl der Ausbildungsstellen um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Allgemein gehört Sachsen zu den 5 Bundesländern, mit den meisten Ausbildungsbetrieben. Die Zahl der Bewerber hingegen verzeichnet einen negativen Trend im Vergleich zum vergangenen Jahr. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit fiel die Zahl in diesem Jahr von 22,331 Bewerbern auf 21.146. Außerdem gibt es mehr freie Lehrstellen, als noch suchende Bewerber. Im September 2019 wurden 933 unversorgte Bewerber gegenüber 1725 unbesetzten Ausbildungsstellen registriert. Für Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, gibt es 3 grundlegende Ursachen für diesen Zustand. Aus geographischer Sicht lässt sich feststellen, dass nicht jeder Ausbildungsplatz dort ist, wo er gewünscht wird. Zusätzlich werden nicht alle Berufe gleichermaßen nachgefragt. Die Top Ausbildungsberufe sind immer noch Verkäufer, Kaufmann im Einzelhandel oder Kfz-Mechatroniker.

Berufe wie Fleisch- und Wurstverkäufer hingegen scheinen weniger attraktiv.Als letztes kommt noch dazu, dass die Kompetenzen der Bewerber teilweise nicht auslangen, um in bestimmten Branchen Fuß zu fassen. Während die Industrie- und Handelskammer sachsenweit einen Rückgang von 2,2% aller eingetragenen Ausbildungsverhältnisse verzeichnet, freut sich das Handwerk in diesem Jahr über 1,6% mehr Zuwachs. Damit die Zahlen allgemein wieder ansteigen, arbeitet die Bundesagentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer, sowie die Handwerkskammer an gemeinsamen Projekten. Auch weiterhin bleibt die betriebliche Ausbildung zur Fachkräftesicherung unverzichtbar. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, ist es notwendig, das sich auch alle an der dualen Ausbildung Beteiligten intensiver mit diesem Thema beschäftigen.