Mehrgenerationenhaus im riesa efau feiert 10 Jähriges

Dresden - Das Mehrgenerationenhaus Dresden-Friedrichstadt feiert am Freitag seinen 10. Geburtstag. Zu dem Fest im Hof des Kultur Forums in der Wachsbleichstraße gibt es von 15 bis 19 Uhr  für alle Generationen viel zu erleben. Darunter zum Beispiel Kunstwerkstatt, Trickfilm, Buchbinden, Tandemmalen oder das Kleine Salontheater Dresden mit dem Stück „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Seit 2008 wird das Mehrgenerationenhaus (MGH) im riesa efau. Kultur Forum Dresden vom Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das MGH ist eine Plattform für Menschen aus verschiedenen Generationen, mit unterschiedlicher Herkunft oder verschiedenen Interessen. Es bietet Raum für Begegnung, Austausch und freiwilliges Engagement. Hier finden alle Lebensalter - Kinder und Jugendliche, Erwachsene, junge Alte (über 50 Jahre) und Ältere – Angebote zur Freizeitgestaltung, zur (Weiter-)Bildung und zum Treffen.
Ein besonderes Potenzial besteht in der Verbindung von sozialen Engagement und kulturellen Angeboten. Es gibt Kinder- und Jugendangebote, offene Treffs, Eltern-Kind-Angebote, kunsttherapeutische Angebote für Menschen in belastenden Lebenssituationen, Aktivitäten im Feld Integration und Bildung, Weiterbildungen für Familie, Alltag und Beruf, Beratungs- und Begegnungsangebote. Die unterschiedlichen Angebote werden jährlich von circa 21.000 Nutzern besucht. „Wir möchten auf veränderte Lebensweisen Antworten finden. Viele Familien leben heute weit verteilt. Die gegenseitige Unterstützung oder Freizeitgestaltung ist oft eine Herausforderung. Zugleich leben ältere Menschen selbstbestimmter. Wir brauchen offene Orte, wo alle Generationen sich begegnen können, sagt Beate Neuber, Projektleiterin des MGH Dresden-Friedrichstadt. „Nur so entwickeln sich lebendige Nachbarschaften und spezielle Angebote, passend für die Bedürfnisse und Lebenslagen der Menschen vor Ort. Das Mehrgenerationenhauses kann solche Begegnungs- und Rückzugsräumen schaffen, Generationen zusammen führen und familiäre Strukturen unterstützen.“

© riesa efau

Doch die Existenz des Projekte steht seit 10 Jahren nie auf sicheren Füßen. Die erste Förderperiode dauerte fünf Jahre, danach gab es eine Verlängerung um drei Jahre. Mit dem neuen Bundesprogramm kann die Arbeit bis 2020 fortgesetzt werden.
Finanziert werden die vielen Angebote mit 30.000 Euro vom Bund und 10.000 Euro von der Kommune. Mit dem Stadtratsbeschlusses vom 28.9.2017 ist das MGH 2017-2020 Bestandteil der kommunalen Planungen zum demografischen Wandel und zur Sozialraumentwicklung. Die kommunale Kofinanzierung in Höhe von jährlich 10.000 € wird anders als in den Vorjahren nun aus der Förderung der Träger der Wohlfahrtspflege finanziert und die Förderrichtlinie Sozialamt angewandt. Leider werden die langjährigen konzeptionellen und fachlichen Erfahrung mit Angeboten nach § 16 SGB VIII Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie durch die erneute Ablehnung einer kommunalen Förderung durch das Jugendamt nicht genutzt.

© riesa efau

Über die Zeit hat sich das Profil des Projektes geändert. Standen zu Beginn Themen wie haushaltnahe Dienstleistungen, Jobberatung, Flexible Kinderbetreuung oder Seniorcoaching auf der Agenda, sind es heute vor allem Themen rund um Kinder, Familien und dem Stadtteil. Von Anfang an hat sich der Offene Treff mit einem frisch gekochten Mittagessen ebenso bewährt wie die Anbindung von verschiedenen Initiativen, Interessengruppen oder Ehrenamtlichen. So ist die IG Historische Friedrichstadt, die AG Stadtdokumentation und der Tauschring Friedrichstadt fester Bestandteil des MGH. Hier haben sich Pflegeltern mit den Eltern ihrer Pflegekinder treffen. Für Deutschkurse und ein Kontaktcafé wurden Räume zur Verfügung gestellt. Und wenn es Ideen für ein neues Projekt oder eine Gruppe gibt, stehen wir mit Rat und Tat zur Seite.

„Für die Zukunft wünschen wir uns natürlich eine stabile finanzielle Basis und konzeptionelle Kooperation mit allen beteiligten Strukturen der Stadt, um das Mehrgenerationenhaus zu erhalten und weiter zu entwickeln. Wenn wir alle Generationen einbeziehen wollen, müssen wir quer denken. Das ist leider nicht die Realität der kommunalen Förder- und Kommunikationspraxis. Hilfreich wäre da zum Beispiel eine übergreifende Zusammenarbeit mit Jugendamt, Sozialamt und Kulturamt, um die Rolle des MGH im Sozialraum und in der Kommune insgesamt klarer zu definieren.“, so Frank Eckhardt Geschäftsführer, riesa efau. Kultur Forum Dresden.

Geburtstagsfeier am 8. Juni ab 14 Uhr

Zur Party in der Wachsbleichstraße und in der Adlergasse gibt es auch thematische Angebote wie Kunsttherapie oder einen Vortrag zu Minimalismus zu erleben. Ebenso eröffnet in der Runden Ecke die Ausstellung Bilder. Präsentiert werden dabei Arbeiten aus den Seniorenkursen. Ab 17.30 Uhr sorgt dann die Band Krambambuli für einen musikalischen Höhepunkt. Für das leibliche Wohl sorgt ein interkulturelles Café, es wird gemeinsam gekocht und gegessen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Das ausführliche Programm zum Fest ist auf www.riesa-efau.de veröffentlicht.

Zur Feierstunde, um 15 Uhr, wird der Bürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), Beigeordneter für Bildung und Jugend der Landeshauptstadt Dresden und die Vorsitzende des Interessenverbundes Sächsischer Mehrgenerationenhäuser e. V., Frau Maren Düsberg sprechen.