„Meine Wut, meine Angst, mein Hass kriegt niemand“ – deshalb feiert Dresden Weihnachten

Dresden – Es ist der zweite Tag nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. Deutschlandweit wurden Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren – auch in Dresden. Von den Horrornachrichten aus Berlin lässt man sich in der Landeshauptstadt jedoch nicht einschüchtern. Umso besinnlicher soll das Weihnachtsfest in diesem Jahr gefeiert werden.


Etwas ruhiger und andächtiger ist es auf dem Dresdner Striezelmarkt in den letzten Tagen der 582. Saison. Vor dem Altmarkt hat sich seit Dienstagabend die Polizei positioniert. Der weltberühmte Dresdner Weihnachtsmarkt bleibt trotz gedrückter Stimmung weiter gut besucht.
Während einer Gedenkandacht in der Kreuzkirche gegen 19 Uhr werden am Mittwoch Marktbeleuchtung ausgeschaltet oder gedimmt sowie Musik und Bühnenprogramm unterbrochen.
Viele vorweihnachtliche Großveranstaltung sollen in den nächsten Tagen wie geplant stattfinden. Im Dynamo-Stadion beispielsweise singen die Kruzianer am Donnerstag ein Adventsliederprogramm. Zum ausverkauften „Danke-Dresden“ Kreuzchor Konzert werden rund 20.000 Menschen erwartet. Freitagnachmittag findet dann auf dem Neumarkt die 24. Weihnachtliche Vesper an der Frauenkirche statt. Sie gilt als größte regelmäßig unter freiem Himmel stattfindende Gottesdienstveranstaltung.
Wo es sinnvoll und logistisch möglich ist, will die Stadt Dresden Weihnachtsmärkte und die Weihnachtliche Vesper mit Betonelementen schützen. Unter deutlich angezogenen Sicherheitsvorkehrungen soll Weihnachten 2016 in Dresden trotz und wegen des Terrors von Berlin ein Stück mehr im Zeichen von Hoffnung auf Frieden, Versöhnung und Verständigung gefeiert werden.