Meningitisfall bei einer Dresdner Schülerin

Am Freitag, 11. Januar, wurde dem Gesundheitsamt gemeldet, dass bei einer Schülerin der 120. Grundschule in Prohlis Symptome einer eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis) festgestellt wurden. Häufig gehen der Hirnhautentzündung akute Erkältungssymptome voraus. +++

Der Verdacht wurde im Verlauf durch Laboruntersuchungen erhärtet. Die Schülerin wird im Krankenhaus betreut. Weitere Krankheitsfälle sind bisher nicht aufgetreten. Bis zum Freitag Abend wurden von den Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes mit Unterstützung durch das Personal der Schule die meisten Kontaktpersonen erfasst und benachrichtigt.

Für diese Kontaktpersonen wurde eine antibiotische Behandlung für zwei Tage empfohlen, um eine Weiterverbreitung von Meningokokken (häufigste Ursachen einer eitrigen Meningitis) zu verhindern. Um eine reibungslose Versorgung der Kontaktpersonen zu gewährleisten, erfolgte die Ausgabe der Medikamente durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes am Sonnabend in der Zeit von 9 bis 12 Uhr in der betroffenen Schule. Dabei wurden die Eltern der Kinder mit Kontakt zur Erkrankten zunächst in kleinen Gruppen über die Erkrankung, mögliche Frühsymptome, Vorsorgemaßnahmen und die Antibiotikaprophylaxe mündlich und in schriftlicher Form informiert.

Die Ausgabe der Medikamente erfolgte durch eine Ärztin und einen Arzt des Gesundheitsamtes. Dabei hatten die Eltern die Möglichkeit, offene Fragen zu klären. Durch den engagierten Einsatz aller Beteiligten und das verständnisvolle Verhalten der Eltern konnte vom Gesundheitsamt am Samstag an 90 Kinder und 30 Erwachsene die Antibiotika-Prophylaxe ausgereicht werden. 24 Stunden nach Beginn der Prophylaxe sind keine weiteren Absonderungsmaßnahmen erforderlich. Einem normalen Schulbetrieb ab Montag, 14. Januar steht nichts entgegen. Die Übertragung der Meningokokken-Bakterien erfolgt durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Sprechen und Anhusten. Grundsätzlich sind Sekrete des Nasen-Rachen-Raumes und Speichel infektiös, so dass die Erreger zum Beispiel auch beim gemeinsamen Benutzen von Trinkgefäßen übertragen werden können.

Da die Bakterien außerhalb des Körpers nur kurze Zeit überleben, ist ein enger Kontakt zum Kranken oder einem Keimträger erforderlich. Ein Zusammentreffen von Menschen ohne engen Kontakt wie etwa in Toiletten, Schwimmbädern oder einem flüchtigen Treffen in geschlossenen Räumen führt im Normalfall nicht zu einer Ansteckung. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt meist zwei bis sieben, maximal zehn Tage. Wer zehn Tage nach Kontakt mit einem Erkrankten nicht erkrankt ist, wird im Normalfall im Zusammenhang mit dem akuten Kontakt nicht erkranken.

Häufig gehen der Hirnhautentzündung akute Erkältungssymptome voraus. Ohne Übergang kann es plötzlich zu Kopfschmerzen kommen, die rasch stärker werden. Meist tritt hohes Fieber auf, der Kranke muss sich übergeben, leidet unter Nackensteifigkeit. Dies ist ein ganz typisches Symptom. Das Bewusstsein des Patienten kann sich eintrüben, er ist nicht mehr ansprechbar. Rot-violette Hautflecken signalisieren einen schweren Verlauf, in dem sich die Erreger über die Blutbahn ausbreiten (Sepsis). Entscheidend ist ein rascher Therapiebeginn mit einem geeigneten Antibiotikum.

2012 gab es in der Landeshauptstadt Dresden vier Meningitis-Fälle. Im Jahr werden in Deutschland etwa 600 Meningokokken-Fälle registriert, das ist einer pro 100 000 Einwohner. Es ist eindeutig ein Erkrankungsgipfel in der kalten Jahreszeit zu beobachten. Kinder unter fünf Jahren sind am häufigsten betroffen, dann Jugendliche und junge Erwachse bis 25 Jahre. In seltenen Fällen erkranken auch ältere Erwachsene. Eine Impfung, die allerdings nur vor einem Teil der Erreger (Meningokokken Gruppe C) zu schützen vermag, steht zur Verfügung. Sie ist in Sachsen für alle Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr empfohlen.
 
Quelle: Landeshauptstadt Dresden

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