Menschen aus ganz Deutschland pilgern zu Konzert gegen rechts

Chemnitz- Für Menschlichkeit und Solidarität stand das am Montag veranstaltete Konzert auf dem Johannisplatz in Chemnitz.

Laut Aussage des Veranstalters wurde das Konzert #wirsindmehr ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass Rassismus und rechte Hetze keinen Platz in der heutigen Gesellschaft haben. Aus diesem Grund pilgerten etwa 65.000 Menschen in die Chemnitzer Innenstadt und feierten unter anderem gemeinsam mit den Künstlern Trettmann, Feine Sahne Fischfilet und K.I.Z. Außerdem spielten die Chemnitzer Band Kraftklub, Nura, Marteria und Casper sowie Die Toten Hosen. Am Karl-Marx-Kopf war eine zusätzliche Veranstaltung, bei dem die Gäste zu Elektromusik tanzen konnten.

Durch den hohen Besucheransturm gab es unter anderem Stau auf der Autobahn und das Mobilfunknetz war während des gesamten Konzertes überlastet. Zur Begrüßung des Konzertes riefen die Veranstalter zu einer Schweigeminute, zu ehren des verstorbenen Daniel H. auf. Im Zuge dessen baten sie die Gäste eine Spende für die Veranstaltung zu entrichten. Die Hälfte des Geldes geht an die Familie des getöteten 35-Jährigen. Mit der anderen Hälfte werden „antifaschistische, antirassistische und zivilgesellschaftliche Initiativen in Sachsen“ unterstützt. Derzeitig arbeiten die Veranstalter fieberhaft an der Auswertung der Einnahmen. Die Familie erhält außerdem von der Aktion „Chemnitz ist weder Grau noch Braun“ eine Soforthilfe von 20.000 Euro.

Schon im Vorfeld der Veranstaltung gaben verschiedene Künstler ihre Statements, warum sie nach Chemnitz gekommen sind. Auch die Gäste waren nicht nur zum Feiern da, viele wollten mit ihrem Besuch ein Zeichen setzen.

Während des Konzertes gab es nur wenige Komplikationen, insgesamt mussten rund 80 Personen medizinisch versorgt werden. Dabei handelte es sich in der Regel um Behandlungen von Kreislaufproblemen und Schnittverletzungen. Gegen Abend teilte die Polizei Sachsen über Twitter mit, dass es am Gedenkort auf der Brückenstraße zu verbalen Konflikten kam. Die Situation konnte aber nach zwanzig Minuten wieder beruhigt werden. Während der Abreise der Gäste kam es zu keinen weiteren Komplikationen.

Autor: Benjamin Löschner