Messerstecherei im Asylbewerberheim in Dresden: Sachsens Regierung bestürzt

Ein Streit unter Asylbewerbern ist am Wochenende in Dresden-Löbtau eskaliert. Ein Marokkaner fügte einem Landsmann mit einem Messer so schwere Verletzungen zu, dass dieser noch vor Ort verstarb. Die sächsische Staatsregierung ist über den Vorfall bestürzt. +++

Das Asylbewerberheim im Dresdner Stadtteil Löbtau war erst im Februar eröffnet worden. 40 Menschen verschiedener Nationalitäten sind dort untergebracht.

Die Messerstecherei im Asylbewerberheim Tharandter Straße erschüttert den Stadtteil Dresden-Löbtau.

Bisherigen Ermittlungen zufolge ist das marokkanische Opfer mit seinem 28-jährigen Landsmann in einen Streit geraten. Der Tatverdächtige habe im Verlauf der Auseinandersetzung mit einem Messer auf das Opfer eingestochen. Der 32-Jährige Mann erlag trotz schneller medizinischer Notversorgung noch vor Ort seinen schweren Stichverletzungen.
Zum Stand der Ermittlungen hat sich am Montag die Staatsanwaltschaft geäußert.

Heimbewohner berichteten, dass der Täter wohl zu Besuch in der Unterkunft war, das Opfer aus dem Haus stamme.

Der Messermord gehört zu einer Reihe von eskalierenden Streitigkeiten und Übergriffen in Asylbewerberheimen: Mehrere Schlägereien in Schneeberg, der Mordfall Khalid in Dresden und Brände im Asylbewerberheim Schmiedeberg beschäftigen unter anderem die Behörden.

Bestürzt ist die sächsische Staatsregierung am Montag über die zahlreichen Vorfälle. Mit Hochdruck arbeitet der Freistaat an Integrationskonzepten, um Übergriffen in Asylbewerberheimen vorzubeugen, so Integrationsministerin Petra Köpping.

Die schnellere Abschiebung straffällig gewordener Asylbewerber fordern immer mehr Menschen.

Bisher haben sich die Asylsuchenden des Heims in der Tharandter Straße laut Auskünften des Netzwerks „Willkommen in Löbtau“ sehr wohl gefühlt. Man habe Kontakte zu Nachbarn geknüpft.

Nach dem Vorfall des vergangenen Wochenendes wächst jetzt die Angst, dass die Stimmung im Viertel kippen und die Akzeptanz für das Heim sinken könnte.

Voraussichtlich ab Sommer soll eine neue Förderrichtlinie auch ehrenamtlichem Engagement im Bereich der Asylbewerber, wie beispielsweise im Netzwerk „Willkommen in Löbtau“, den Rücken stärken.

Im Video sehen Sie Interviews mit Lorenz Haase, Sprecher Oberstaatsanwaltschaft Dresden & Petra Köpping (SPD), Sächsische Integrationsministerin.

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