Mietpreisbremse wird in Dresden zur Wohnraumbremse

Stadtratsbeschluss sorgt für Ärger bei Immobilienwirtschaft. Rückgang an Investitionen vorprogrammiert. Sehen Sie die Debatte der Stadträte bei Dresden Fernsehen: „Stadtrat aktuell“ Samstag 18 Uhr und Sonntag 8 Uhr. +++

„Die Mietpreisbremse wird zur Wohnpreisbremse“ ist sich Steffen Bieder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) Landesverband Mitteldeutschland e.V. sicher. Auf Antrag der Linken wurde gestern in Dresden beschlossen, dass die Bestandsmieten innerhalb von drei Jahren nur um 15 statt um 20 Prozent steigen können. 

Für den BFW Mitteldeutschland ist dies eine Fehlentscheidung.  Schon die Ankündigung der Mietpreisbremse hatte dazu geführt, dass jedes dritte BFW-Unternehmen seine Aktivitäten im Wohnungsbau in 2015 vermindern will, obwohl die Nachfrage ständig weiter wächst. Für 2014 hatte dies nicht einmal jedes zwölfte Unternehmen angekündigt. Zu befürchten ist, dass der tatsächliche Investitionsrückgang um ein Vielfaches steigt, wenn die Auswirkungen der Mietpreisbremse tatsächlich zu spüren sind.

Der BFW Mitteldeutschland kritisiert zudem, dass der Beschluss zur Mietpreisbremse gefasst wurde, obwohl für Dresden belastbares Zahlenmaterial zum realen Mangel von bezahlbarem Wohnraum fehlt.

„Langfristig rechnen wir mit einem Investitionsrückgang. Statt den Wohnungsmarkt zu entspannen wird es zu einer Verknappung kommen“, befürchtet der BFW Mitteldeutschland.  Als hoffentlich nicht leeres Wahlversprechen sieht der BFW Mitteldeutschland die Anregung der SPD die Mittel für den Denkmalschutz aufzustocken. Die Grünen wollen Zuschüsse für energetische Sanierung nach der Landtagswahl durchsetzen und die Linke plant ein Zuschussprogramm für Sozialmieten. „Zuschüsse klingen vor der Wahl immer gut. Doch ob und wie sie nach der Wahl finanzierbar sind, erklärt uns keiner“, bleibt Steffen Bieder vom BFW Mitteldeutschland skeptisch.

Quelle: Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Landesverband Mitteldeutschland e.V.