Milbradts Rücktritt

Geschichte wiederholt sich offenbar doch. Anfang 2002 trat Ministerpräsident Kurt Biedenkopf zurück.

Er war über zwielichte Geschäfte mit dem Paunsdorf Center, über seine Mietaffäre und Ikea Kredite gestolpert.. Nachfolger wurde der von ihm gefeuerte Finanzminister Georg Milbradt. Am Montag trat Milbradt zurück. Wegen der Pleite der Sachsen LB und privater Kreditgeschäfte.

Der 18. April 2002 – der große Tag des Georg Milbradt. Der ein Jahr zuvor von Kurt Biedenkopf entlassene Finanzminister übernahm nun selbst die Geschäfte. Als Finanzexperte wurde er geachtet, als Landeschef nicht immer. Biedenkopf nannte ihn einen miserablen Politiker. Milbradt war selbst in der CDU umstritten. Vielleicht ist er mehr darüber gefallen, als über die Affäre Sachsen LB.

Interview: Prof. Werner Patzelt – Politikwissenschaftler

Und dass er die Landtagswahl 2004 verlor, nahm man ihm wohl auch in der CDU übel, darüber gesprochen wurden nie. Die Koalition mit der SPD war nicht immer einfach, harmonisch sah das selten aus. Sein Rücktritt am Montag -eine Flucht nach vorn. Nachfolger soll wieder mal ein Finanzminister werden – Stanislaw Tillich. Die Opposition ist mit dem Rücktritt Milbradts nicht zufrieden, sie fordert Neuwahlen. Und Tillich traut sie nicht viel zu.

O- Töne Andre Hahn (Linkspartei) Fraktionsvorsitzender

Die CDU spricht von einem Neuanfang, Neuwahlen stehen nicht zur Disposition. 

Interview: Fritz Hähle (CDU) Fraktionsvorsitzender

Auch für den Koalitionspartner die SPD sind Neuwahlen kein Thema, dafür aber neue Verhandlungen und Gespräche.

Interview: Martin Dulig (SPD) Fraktionsvorsitzender

Dass die Koalition Neuwahlen ablehnt ist logisch. Dass die Opposition welche fordert auch. Neuwahlen wären vielleicht möglich. Aber wären sie auch hilfreich?

Interview: Prof. Werner Patzelt – Politikwissenschaftler

Die muss jetzt gefunden werden. Mit Milbradts Rücktritt dreht sich auch das Personalkarussell. CDU Fraktionschef Fritz Hähle tritt zurück, Kultusminister Steffen Flath übernimmt das Amt. Neue Posten sind zu besetzen, da wird fleißig diskutiert – auch über die Rückkehr von Ex-Minister. Ende Mai soll dann die neue Regierung stehen. Ohne Georg Milbradt. Vielleicht hätte er besser hinhören sollen als er Kurt Biedenkopf beerbte.

++Finden Sie den Rücktritt gerechtfertigt? ++

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