Milch zu billig? Sächsische Landwirte sind sauer

Wenn man in den Supermarkt geht sind die Regale natürlich gut bestückt mit Milch, Butter und Käse … So glaubt man doch kaum, dass die deutschen Milchbauern um ihre Existenz fürchten müssen.

Doch der Boykott des Müllermilchwerks in Leppersdorf vom vergangenen Jahr hat langfristig keine Erfolge erzielt. Landwirt Steffen Gröber ist Herr über 280 000 Rinder. 800 000 Liter Milch produziert sein Hof „An der Dresdner Heide“ monatlich. Doch die Preise, die er mit der Milch erzielt, reichen immer weniger um über die Runden zu kommen.

Im vergangenen Jahr bekamen die Milchbauern zwischen 26 und 33 Cent pro Liter, in diesem Jahr sind es nur noch rund 24 Cent. Die ersten sächsischen Milchbauern überlegen bereits, ob sie die Produktion einstellen sollen.

Der Gewinn reicht nicht, um wirtschaftlich rentabel arbeiten zu können. Dafür bräuchten die Bauern zwischen 32 und 34 Cent pro Liter Milch. Dieser Preiswunsch ist eher niedrig gesteckt, denn weitere Investitionen, wie zum Beispiel Reparaturen, wären damit nicht möglich. Für Steffen Gröber beginnt die Zeit der Frühjahrsbestellungen, diese ist mit erheblichen Kosten verbunden, zum Beispiel muss Dünger und Saatgut gekauft werden.

Der Landwirt ist sauer, dass trotz allen Versuchen, auf das Problem aufmerksam zu machen, keinerlei Reaktionen von Seiten des Staates kommen.

Der Sächsische Landesbauernverband weiß um die missliche Lage der Milchbauern und versucht zu helfen. So müsste, nach Meinung des Präsidenten des Landesbauernverbands, vor allem der Export der deutschen Milch angetrieben werden. Momentan wird über die Frage, wie den Bauern am schnellsten geholfen werden kann, diskutiert. 

Um diese Forderungen auch der Landespolitik zu verdeutlichen, wird am 24. März bei der Landesmitgliederversammlung für den Freistaat ein Forderungskatalog verabschiedet.

++

Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.