Milchmarkt: Staatsregierung vertritt einseitig die Interessen der Großbetriebe

Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, kritisiert Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) scharf für seine Forderung, die Mengenbeschränkung bei der Milchproduktion vollständig aufzuheben.

 „Die Staatsregierung ist mit verantwortlich, wenn Milch künftig nur noch aus Agrarfabriken kommt und das Preisdumping fröhlich weiter geht. In den Industriebetrieben werden ‚Turbokühe‘ gehalten, die aufgrund des Preisdrucks immer höhere Milchleistungen bringen müssen. Artgerechte Tierhaltung gibt es dann nur noch in der Werbung!“, ist Michael Weichert empört.“Frank Kupfer schlägt sich wieder einmal auf die Seite der Großbetriebe.

Das damit einhergehende Massensterben kleinerer Betriebe nimmt er billigend in Kauf“, so Weichert weiter.“Minister Kupfer sollte sich lieber dafür einsetzen, das Einkommen der Milchbetriebe mit einer wirksamen Milchmengensenkung zu stabilisieren und gemeinsam mit den Bauern an einer Verbesserung der Absatzförderung von Milchprodukten zu arbeiten.“ Durch die Umstellung auf ökologische Milchproduktion kann ein besserer Preis erzielt werden, denn immer mehr Verbraucher setzen bei Lebensmitteln auf Qualität.

Hintergrund:

In einem gestern vom Sächsischen Landwirtschaftsministerium veröffentlichtem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Frank Kupfer Maßnahmen zur Mengenbeschränkung bei der Milchproduktion abgelehnt. Dies verschlechtere die Wettbewerbssituation der deutschen Milchwirtschaft.

Eine Reduzierung der Milchmenge erreicht man z.B. mit tiergerechter Weidehaltung, geringerem Einsatz oder Verzicht von Importfuttermitteln und Zweinutzungsrassen. Das ist artgerechte Tierhaltung mit gesunden, robusten Tieren, die eine längere Lebenserwartung haben und gleichzeitig auch einen Beitrag für den Natur- und Klimaschutz leisten.

Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

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