Ministerin wird zur Erzieherin

Chemnitz – Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth war am Mittwoch in der Chemnitzer Kita „Tausendfüßler als Erzieherin tätig.

Artig sitzen die Kinder im Kreis – Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth singt und reimt gemeinsam mit ihnen. Den Blickwinkel von Entscheidungsträgern verändern, dieses Ziel hat sich die Aktion „Perspektivwechsel“ auf die Fahnen geschrieben, die seit neun Jahren von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege durchgeführt wird. Die Ministerin schlüpfte aus terminlichen Gründen nur etwa eine Stunde lang in die Rolle der Erzieherin.

Der Besuch der Ministerin in der Kita „Tausendfüßler“ der Arbeiterwohlfahrt Chemnitz wurde auch für ein ausführliches Hintergrundgespräch der Ministerin mit Kita- und Elternvertretern genutzt. Der „Perspektivwechsel“ soll auch einen Fokus auf die Rahmenbedingungen der beteiligten Einrichtungen werfen. So erfuhr Brunhild Kurth, das der sächsische Betreuungsschlüssel von einer Erzieherin auf 12 Kinder in der Realität oft nicht zu halten sei – 1:16 oder gar 1:18 seien leider oft Tatsache in den Einrichtungen. Auch die unangemessen honorierte Vor- und Nachbereitungszeit und die mit fünf Jahren zu lange und oft nicht praxisgerechte Ausbildung der Erzieher wurden kritisiert.

Brunhild Kurth teilte die Sorgen von Erziehern und Eltern. Vor allem bei der Erzieherausbildung und einer Vergütung der Vor-und Nachbereitungszeit müssten Veränderungen vorgenommen werden, so die Ministerin. Sie werde die Anregungen in die kommenden Gespräche mit den Wohlfahrtsverbänden mit nach Dresden nehmen. Allein deswegen hatte sich der „Perspektivwechsel“ schon gelohnt.