Ministerpräsident verleiht Verdienstorden

Die Frauenkirche in Dresden bot am 13. Oktober den passenden Rahmen für eine besondere Ehrung.

Denn ohne die Wende, wäre sie wohl heute noch eine Ruine. In der Unterkirche überreichte Ministerpräsident Stanislaw Tillich 21 Sachsen, darunter 3 Chemnitzer, den Verdienstorden des Freistaats und ehrte sie damit für ihren Einsatz für mehr Freiheit. 

Interview: Stanislaw Tillich (CDU), Ministerpräsident Sachsen

Unter den Ausgezeichneten war auch Hartwig Albiro. Als Direktor des Chemnitzer Schauspielhauses nutze er die Bühne, um Protestresolutionen seines Ensembles öffentlich zu machen.

Geehrt wurde auch Dr. Martin Böttger, der wegen verschiedener Proteste schon seit 1976 Probleme mit der Stasi hatte und das „neuen Forums“ und das Bündnisses 90″ in Karl-Marx-Stadt mitbegründete.

Als 3. Chemnitzer erhielt Johannes Gerlach die Auszeichnung. Er zählte 1982 zu den Mitbegründern des Karl-Marx-Städter Friedenskerns, der gegen die Aufstellung von Atomraketen in Deutschland protestierte. Und im Jahr 1989 war er Organisator der ersten nicht spontanen Demonstration in Karl-Marx-Stadt.

Mut bewieß auch Herbert Wagner, der Dresdner Oberbürgermeister von 1990 bis 2001. Er gehörte am 8. Oktober 1989 zu der Gruppe von Dresdnern, die sich den bewaffneten Polizisten entgegenstellte. Außerdem war er als Mitglied der „Gruppe der 20“ einer der Verhandlungsführer, die den Dialog mit der Dresdner SED-Führung suchte.

Herbert Wagner (CDU), ehemals Mitglied „Gruppe der 20“
 
Den Sächsischen Verdienstorden gibt es seit 1997. Laut Staatskanzlei wird er an Personen verliehen, die sich um den Freistaat und seine Bevölkerung besonders verdient gemacht haben. Bisher erhielten den Sächsischen Verdienstorden 166 Menschen.

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