Mit Zittersieg in die 4. Runde des EHF-Cups

Die Mädels von Trainer Heine Jensen hatten sich für das Rückspiel am Sonntag eigentlich so viel vorgenommen, doch die gezeigte Leistung in der ersten Halbzeit vor 2.682 Zuschauern in der Leipziger Arena war wohl eine der schlechtesten, welche die HCL-Fans je miterleben durften.

Der Gast aus Storhamar erwischte einen Traumstart in dieses Spiel und führte nach sieben gespielten Minuten bereits mit 4:0. HCL-Coach Jensen sah sich deshalb gezwungen, schon so früh im Spiel seine Auszeit zu nehmen. Doch wer von den Leipziger Fans glaubte, es würde von da an besser laufen, sah sich leider getäuscht.

Leichte Ballverluste, überhastete Abschlüsse und wenig Durchschlagskraft im Angriff sowie eine katastrophale Abwehrleistung bestimmten das HCL-Spiel auch weiterhin. Zwar konnte Anne Ulbricht in der achten Minute mit Ihrem Tor den ersten Treffer der Leipzigerinnen bejubeln, doch Storhamar hatte keine Mühen, den Vorsprung durch konzentriertes Angriffsspiel und eine sehr aggressive Deckung bis zur 20.Minute auf 5:11 auszubauen.

Das Spiel des HCL wirkte weiterhin Ideenlos, Fehlpässe und leichte Ballverluste bestimmten den Verlauf und in der Abwehr wurde einfach kein Mittel gefunden, um die bis dahin auf Weltklasseniveau spielende Izabela Duda in den Griff zu bekommen.

Ab der 23.Minute aber nahm Storhamar das bislang hohe Tempo im eigenen Spiel etwas heraus und der HCL bekam nun etwas mehr Spielanteile. Angeführt von Mette Ommundsen und Karolina Kudlacz gelangen den Leipzigerinnen nun auch einmal 2 Treffer in Folge und bis zur Pausensirene konnte der Rückstand noch um einige Tore auf 11:16 verkürzt werden.

Zusammen mit den 2 Toren aus dem Hinspiel musste der HCL nun schon sieben Treffer aufholen, um die nächste Runde zu erreichen, doch daran glaubten zu diesem Zeitpunkt wohl die wenigsten der anwesenden Zuschauer. Allerdings war der HCL, der das Parkett zur zweiten Halbzeit betrat, nicht mehr wieder zu erkennen. Auf einmal wurde mannschaftlich geschlossen gefightet und vor allem in der Abwehr nun ordentlich zugepackt.

Nach 40 Minuten betrug der Rückstand beim Stand von 15:17 nur noch zwei Tore und Storhamar gingen jetzt spürbar die Kräfte aus. Auch das Publikum war auf einmal wieder da und glaubte an die Mögliche „Sensation“ nach diesem Pausenstand. In der 47.Minute stand die Arena erstmals Kopf, nachdem Renate Urne zum viel umjubelten 19:19 Ausgleich treffen konnte, worauf Storhamar umgehend mit einer Auszeit reagierte.

Bis zur 55.Minute gelang es den Leipzigerinnen jedoch nicht, erstmals selbst in Führung zu gehen, da sich Storhamar, mit einer starken Heidi Tjugum im Tor, weiterhin gegen die sich anbahnende Niederlage und das damit verbundene Ausscheiden mit allen Kräften wehrte.

Nach gespielten 56 Minuten und 26 Sekunden war es dann allerdings Sara Eriksson, die zur ersten HCL-Führung traf (23:22), welche Natalie Augsburg wenig später noch mit Ihrem Treffer zum 24:22 ausbauen konnte. Die Halle stand nun Kopf, der HCL wäre bei diesem Ergebniss aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore in der nächsten Runde, doch Storhamar gelang 90 Sekunden vor Spielende noch einmal der Anschlusstreffer zum 24:23. Trainer Jensen sah nun den Zeitpunkt gekommen, seinem Team mit einer Auszeit noch einmal die Taktik für die letzten Sekunden mit auf den Weg zu geben.

Auch die letzten Zuschauer hielt es nun nicht mehr auf Ihren Plätzen und der HCL wurde nun förmlich nach vorne geschrien. Natalie Augsburg war es dann erneut, die den Ball 60 Sekunden vor Schluss erfolgreich im Gegnerischen Tor unterbringen konnte. Storhamar, jetzt nochmals im Ballbesitz, versuchte noch einmal alles, doch die HCL-Deckung stand und der Ball gelangte nach einem Abspielfehler wieder in Leipziger Besitz. Was nun folgte, war unbeschreiblicher Blau-Gelber Jubel nach einer wahrlichen Energieleistung in der zweiten Halbzeit.

Neben Torfrau Katja Schülke konnten sich am Sonntag vor allem Renate Urne mit acht erzielten Treffern für die Leipzigerinnen auszeichnen.

Stimmen zum Spiel:

HCL-Coach Heine Jensen: „Vielen Dank an unsere tollen Fans, die diesen heutigen Sieg ein Stück weit mitgestaltet haben. Ohne Sie hätten wir das Spiel hier wohl nicht mehr drehen können. Wir haben eine Katastrophale erste Halbzeit gespielt, sind dann aber durch eine wahrliche Energieleistung wieder zurück ins Spiel gekommen. Dafür ein großes Kompliment an mein Team, auch wenn am Ende das Glück auch ein wenig auf unserer Seite war.“

HCL-Spielerin Natalie Augsburg: „Am Anfang waren wir zu nervös und haben viele einfache Tore bekommen. In der Halbzeit ist der Trainer in der Kabine sehr laut geworden und wir haben dieses Signal dann auf dem Parkett umgesetzt. Das Spiel konnten wir nach diesem Verlauf nur als Team gewinnen.“