Monitoringbericht Einzelhandel 2011 liegt vor

Leipzigs Einzelhandel hat sich seit 2009 insgesamt positiv entwickelt. Dieses Fazit zieht der jüngste Monitoringbericht Einzelhandel, den Baubürgermeister Martin zur Nedden am Dienstag in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters vorstellte. +++

Der Bericht erscheint alle zwei Jahre. Das kontinuierliche Monitoring auf gesamtstädtischer und kleinräumiger Ebene begleitet die Umsetzung des Stadtentwicklungsplans (STEP) Zentren, d. h. des Planungsinstrumentes, das zur Stärkung der oberzentralen Funktion Leipzig und zur Weiterentwicklung der City sowie zur Stabilisierung der zentralen Versorgungsbereiche und zur Sicherung der wohnortnahen Nahversorgung entwickelt wurde und das mit einem verbindlichen Orientierungsrahmen für Planungs- und Investitionssicherheit sorgt. Der 1999 aufgestellte und 2009 fortgeschriebene STEP Zentren definiert 65 Zentren, d. h. zentrale Versorgungsbereiche, die in fünf Zentralitätsstufen unterteilt sind: Das A-Zentrum (City, inklusive Hauptbahnhof), die beiden B-Zentren (Paunsdorf Center und Stuttgarter Allee), acht C-Zentren (Stadtteilzentren), 30 D-Zentren (Nahversorgungszentren) und 24 Nahversorgungslagen. Mit 1.990 von insgesamt 3.700 Betrieben und rund 422.000 m² Verkaufsfläche (VK) befindet sich etwas mehr als die Hälfte des Leipziger Einzelhandelsbestandes in den im STEP ausgewiesenen Zentren. 

„Die Mehrzahl der zentralen Versorgungsbereiche nimmt ihre Versorgungsfunktion gut bzw. angemessen wahr“, schätzt Baubürgermeister Martin zur Nedden ein. „Seit 2009 wurde verstärkt bestandsorientiert in den reurbanisierten Stadtteilen investiert. Bereits angezeigte und laufende Planvorhaben weisen darauf hin, dass sich dies in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Besonderes Augenmerk widmen wir der Entwicklung in den Nahversorgungslagen. Hier hat es Verlagerungen und Rückgänge gegeben. Für diesen Teilbereich werden wir den STEP Zentren überarbeiten. Zu den bisherigen räumlichen Schwerpunkten im Leipziger Osten, im Westen und in Grünau ist die Revitalisierung der Georg-Schumann-Straße gekommen. Seit Jahresbeginn setzten wir das entsprechende Maßnahmenkonzept um. Die Schwerpunkte liegen in den zentralen Versorgungsbereichen in Gohlis-Süd, Möckern und Wahren.“ 

Die Expansion der Einzelhandelsfläche in Leipzig – die seit 1999 um fast ein Viertel auf 802.000 m² anwuchs – hat sich seit 2007 verlangsamt. Zwischen 2009 und 2011 blieb das Niveau ungefähr gleich. Die Anzahl der Geschäfte ist leicht rückläufig, vor allem bei kleinen Läden mit weniger als 50 m² Fläche. Hingegen stieg die Zahl der Geschäfte mit mehr als 100 m² VK. Die durchschnittliche Betriebsgröße des Leipziger Einzelhandelsbestandes stieg auf derzeitig 215 m². Insbesondere Einzelhandelsbetriebe ab einer Größe von rund 500 m² haben seit 1999 überdurchschnittlich zugenommen. Das betrifft in besonderem Maße die Größenklasse zwischen 500 bis unter 800 m² und zeigt – dem bundesdeutschen Trend entsprechend – die Zunahme der Fachmärkte und Discounter. Der im Bundesvergleich relativ hohe Anteil an Fachgeschäften und Boutiquen konnte in etwa gehalten werden.