Montagsdemos in Dresden setzen sich fort

Am Montag werden erneut mehrere tausend Menschen auf den Dresdner Straßen demonstrieren. Es wird mit mehr als 10.000 Pegida-Teilnehmern gerechnet. Außerdem plant das Bündnis „Dresden für alle“ eine Kundgebung auf dem Theaterplatz. +++

„Dresden für alle“ ruft zur Kundgebung auf dem Theaterplatz auf. Schulterschluss der Religionen und Konfessionslosen.

Für den kommenden Montag ruft das Bündnis „Dresden für Alle“ die Dresdner*innen zu einer Kundgebung um 17.30 Uhr am Theaterplatz auf. Eigentlicher Beginn der Kundgebung wird 18 Uhr sein. Die Kundgebung des Bündnisses setzt sich für Flüchtlinge ein, für alle Religionen und Konfessionslosen, für alle, die sich dafür stark machen, dass Menschenrechte im Alltag gelebt werden.

„Wir zeigen, dass in Dresden Menschen mit unterschiedlichen Religionen genauso wie Menschen ohne Religion friedlich zusammenleben wollen. Woher ein Mensch kommt, an welchen Gott er glaubt und mit wem er zusammenleben möchte, das geht niemanden etwas an. Das Selbstverständnis, auf dem unsere Gesellschaft beruht, ist die individuelle Freiheit, sein eigenes Leben zu leben. Wer anderen Menschen dieses Recht auf Selbstbestimmung abspricht, greift unsere eigenen gesellschaftlichen Wurzeln an „, erklärt Sebastian Vogel vom Ausländerrat Dresden.

Rückblickend zeigt sich „Dresden für alle“ sehr zufrieden mit dem Sternlauf am 8. Dezember. „Wir sind begeistert, dass so viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind und mit ihrem Engagement für eine weltoffene und tolerante Stadt eingetreten sind“, sagt Eric Hattke von den Dresdner Studierendenschaften. Einzig das Konzept des Ordnungsamtes, so Hattke, sei in seiner Form und Umsetzung nicht geeignet gewesen, dem Anliegen der Demonstrationen Rechnung zu tragen.

Wie letzten Montag soll es auf der geplanten Kundgebung laut und bunt zugehen. „Wir demonstrieren für eine Gesellschaft, die frei von Rassismus ist. Wir wünschen uns, dass dies auch als etwas Positives und Freudiges empfunden wird“, so Elisabeth Naendorf vom Ökumenischen Informationszentrum. Das Bündnis „Dresden für alle“ weist ebenfalls auf weitere Möglichkeiten der Beteiligung hin. So wird eine vom Bündnis „Dresden Nazifrei“ ab 16.30 Uhr vom Bahnhof Neustadt organisierte Demonstration an der Kundgebung vorbei führen. Die Kirchen der Stadt laden, wie jeden Montag, zum Ökumenischen Friedensgebet um 17 Uhr in die Kreuzkirche und anschließend zur Kundgebung ein.

Einen Schatten werfen die sich häufenden Drohungen gegen die Organisatoren von „Dresden für alle“. So wurden beispielsweise Eric Hattke und seine Familie mehrfach verbal und schriftlich bedroht. Entsprechende Strafanzeige wurde erstattet. „Dresden ist eine Stadt für alle. Aber alle tragen wir auch die Verantwortung dafür, dass in Dresden ein Miteinander herrscht, das diesem Anspruch gerecht wird. Deshalb hoffen wir noch einmal auf zahlreiche Beteiligung der Menschen in Dresden“, so Eric Hattke abschließend.

Quelle: Bündnis „Dresden für alle“