Mord am Schwanenteich: Angeklagte gestehen Tat

Am Landgericht Chemnitz ist am Mittwoch der Prozess um den so genannten „Mord am Schwanenteich“ in Mittweida fortgesetzt worden.

Dabei legten die beiden, des „gemeinschaftlichen Mordes“, Angeklagten Geständnisse ab.

Zunächst ließ Adriana M. von ihrem Anwalt eine Einlassung verlesen. Dabei beschrieb die 21-Jährige ihre jahrelange Beziehung zum Mordopfer Sascha B.. Diese sei von Drogen, Gewalt und Demütigungen geprägt gewesen.

Nach der endgültigen Trennung habe ihr Ex-Freund sie, ihre gemeinsame Tochter und ihre Eltern bedroht, da er kein Umgangsrecht mit ihrer Tochter zugesprochen bekam.

In der Zwischenzeit hatte sie den mitangeklagten Marcel S. kennengelernt. Mit dem 23-Jährigen hatte sie schließlich aus „panischer Angst und Verzweiflung“ den Plan gefasst, Sascha B. zu töten.

Marcel S. äußerte sich mündlich zur Tat. Er gab an, aus Liebe zu Adriana M. gehandelt zu haben.

An ihrem 21. Geburtstag, dem 25. November 2014, lockte sie ihren Ex-Freund gegen 18 Uhr in das Parkgelände am Mittweidaer Schwanenteich. Auf einer Parkbank sollte Marcel S. dem Opfer mit einem 20 cm langen Messer auflauern.

Doch dieser wollte den Mordplan aus Angst erst platzen lassen, sprach Sascha B. zunächst nur an.

Dann kam es laut den Angeklagten zu einem Handgemenge zwischen den beiden Männern. Im Laufe des Kampfes habe Marcel S. dann mehrmals auf Rücken, Brust und Bauch des Opfers eingestochen – laut Gericht 35 Mal.

Den letzten Messerstich hätten die beiden Angeklagten gemeinsam ausgeführt, mit ihren Worten „um es zu Ende zu bringen“.

Adriana M. gab an, zuvor mit dem Opfer die Droge Crystal konsumiert zu haben. Marcel S. habe vor der Tat eine halbe Flasche Rum getrunken. Nach der Tat vergrub der Angeklagte die Tatwaffe an einem noch unbekannten Ort.

Das Paar verschwieg zunächst die Tat. Nach zwei Polizei-Vernehmungen wurde schließlich Ende Januar dieses Jahres Haftbefehl gegen beide erlassen.

Das Landgericht lässt jetzt prüfen, inwiefern die Aussagen der Angeklagten zu den vorliegenden Indizien passen. Der Prozess wird Mitte August fortgesetzt.