Morlok: Ausstieg aus der Kernkraft wird teuer

„Europa muss sich in der Frage der Sicherheitsstandards bei Kernkraftwerken einig sein“, so der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) in der Bundesratssitzung.

Der Minister betonte in seiner Rede, dass es aus sächsischer Sicht keinen Unterschied mache, ob über das stillgelegte Kernkraftwerk in Neckarwestheim oder das im französischen Fessenheim gesprochen werde: „Sie scheinen beide gleich weit entfernt von Sachsen.“

Eine Neubewertung der Risiken und Chancen der Kernenergie sei nach den Ereignissen in Japan unbestritten notwendig. Jedoch sei nur eine europaweit einheitliche Vorgehensweise, an die sich alle Länder halten müssten und die für alle Kernkraftwerke gelte, in der Öffentlichkeit nachvollziehbar und glaubwürdig.

Morlok: „Wir müssen uns darüber klar sein, dass mehr Sicherheit teuer ist. Energie ist ein wesentlicher Standortfaktor in Sachsen, Deutschland und Europa. Deshalb dürfen wir bei der Diskussion über künftige Energieträger Arbeitsplätze und Strompreise nicht aus den Augen verlieren.“

Braunkohle sei ein heimischer Energieträger, der preiswert, stabil und langfristig zur Verfügung stehe. Wenn man auf Braunkohle setze, müsse über eine Lösung der CO2-Frage nachgedacht werden. „Eine von vornherein vereinbarte Ausstiegsklausel bei der Erprobung von CCS-Technologien (CO2 Capture and Storage; Abscheidung von Kohlendioxid an Kraftwerken oder Industrieanlagen und nachfolgende Speicherung in tief liegenden geologischen Gesteinsschichten), wie es jetzt angedacht ist, lehne ich daher ab“, sagte der Wirtschaftsminister Morlok abschließend.