Münster verlässt ASR

Das Chemnitzer Rathaus im Wechselbad der Gefühle.

Noch am Dienstag konnte die Stadt vermelden, dass die Chefin der Kunstsammlungen Ingrid Mössinger für weitere 5 Jahre im Amt bleibt. Nun muss sie den Weggang des Leiters des Städtischen Entsorgers ASR verkraften.

Nach dem Tierparkchef Hermann Will im Mai und Tietz-Chef Werner Rohr im August des vergangenen Jahres, kehrt mit Gerold Münster bereits der dritte Top-Manager innerhalb kurzer Zeit der Stadt den Rücken.

Paukenschlag beim ASR -Betriebsleiter Gerold Münster hat das Angebot der Stadt zur Vertragsverlängerung nicht angenommen. Nach fünf Jahren verlässt er zum 30. September den Stadtreinigungs- und Entsorgungsbetrieb. In einer Presseinformation bedankte er sich bei der Stadt für das entgegengebrachte Vertrauen, sein neuer Arbeitgeber steht schon fest: ein international tätiger Umweltdienstleister.

Interview: Gerold Münster – Betriebsleiter ASR

Münster gibt persönliche Gründe für den Wechsel an. Doch zuletzt hagelte es Kritik wegen der Schneeberäumung seines Betriebs, so forderte unter anderem die CVAG Nachbesserungen beim Winterdienstkonzept. Berechtigte Kritik oder nicht – der ASR musste in den vergangenen Monaten mit knappem Budget gegen die Auswirkungen langer, schneereicher Winter kämpfen.

Für den Winterdienst reichten letztendlich die Mittel nicht aus, 1,1 Millionen Euro fehlten im vergangenen Jahr. Offiziell gibt es aber keine Misstöne zwischen dem Betriebsleiter und der Stadt, Münster blickt bereits voraus auf noch anstehende Aufgaben.

Interview: Gerold Münster – Betriebsleiter ASR

Dazu gehören unter anderem die Neugestaltung der Abfallgebührenkalkulation ab 2012, die Umsetzung der Sparmaßnahmen des Ekko und die Überarbeitung des Winterdienstkonzeptes. Der Privatmensch Gerold Münster wird der Stadt Chemnitz aber erhalten bleiben.

Interview: Gerold Münster – Betriebsleiter ASR

Die Stadt war heute für keine Stellungnahme erreichbar. Sie muss nun schnellstmöglich einen geeigneten Nachfolger finden.