Munitionsskandal erschüttert sächsische Polizei

Sachsen- Ein neuer Skandal erschüttert die Polizei in Sachsen. Mehrere Beamte sollen aus dem Bestand der Polizei mindestens 7000 Schuss Munition entwendet und damit ein privates Schießtraining bezahlt haben.

Es geht um Diebstahl, Verstoß gegen das Waffengesetz und Bestechlichkeit. Insgesamt 17 Polizeibeamte des Mobilen Einsatzkommandos, kurz MEK, sollen ein illegales Schießtraining mit gestohlener Munition bezahlt haben. Die Rede ist von mindestens 7000 Schuss. Gegen die Beamten wird nun ermittelt. Sachsens Innenminister Roland Wöller reagierte am Dienstag entsprechend wütend auf den jüngsten Skandal.

Gründliche Aufklärung gefordert

Wöller sprach von einem "unheimlichen Maß an krimineller Energie, sollten sich die Vermutungen erhärten". Der Fall müsse gründlich und umfassend aufgeklärt werden. Diese Arbeit übernimmt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, erklärt deren Sprecherin Nicole Geisler.

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Die Ermittlungen würden weiter andauern, so Geisler. Am Dienstag wurden dazu bereits Wohnungen sowie Arbeitsplätze durchsucht. Der Schießplatz In Mecklenburg-Vorpommern sei jahrelang von Sonderkommandos genutzt worden, so auch von sächsischen Spezialeinheiten. Allerdings geriet der Platz Anfang 2019 in Verruf, weil Verbindungen zum rechtsextremen Netzwerk "Nordkreuz" aufgedeckt wurden. Ob auch der aktuelle Fall einen rechtsextremen Hintergrund hat, werde geprüft und ist Gegenstand der Ermittlungen, erklärt der Präsident des Landeskriminalamtes, Petric Kleine, zu dem auch das MEK gehört.

Die vier Hauptverdächtigen im Alter zwischen 32 und 49 Jahren sind umgehend vom Dienst suspendiert. 13 weiteren MEK-Beamten zwischen 30 und 54 Jahren wurden in andere Dienststellen versetzt.