Museum Gunzenhauser gewährt Einblick

In drei Tagen ist es soweit, dann wird das Museum Gunzenhauer an der Zwickauer Straße eröffnet.

Die Bilder des Sammlers Alfred Gunzenhauser sollen Kunstfreunde und Besucher aus aller Welt anlocken. Am Mittwoch nun gab es für die Journalisten den ersten Einblick in die Ausstellung. Gunnar Baumann schaute sich am Mittwochnachmittag in dem ehemaligen Sparkassengebäude genauer um.

Das Schild über der Eingangstür hängt, doch noch immer ist noch alles fertig. Die Handwerker erledigen letzte Arbeiten am Eingangsbereich. In den oberen Etagen hingegen werden die Erwartungen des Kunstfreundes bereits ganz und gar erfüllt. Ein erster und zugleich umfassender Einblick wurde den Journalisten gewährt.

Eine der umfangreichsten Kollektionen der Klassischen Moderne auf drei Etagen, die bei den Besuchern sicher einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Die Sammlung des Alfred Gunzenhauser gilt als eine der bedeutendsten deutschen Kunstsammlungen und ist, darauf dürften viele stolz sein, jetzt in Chemnitz zu Hause. Am Samstag wird auch Bundespräsident Köhler bei der Eröffnung mit dabei sein.

Die Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alfred Gunzenhauser umfasst 2.459 Werke bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts, darunter die weltweit größte Sammlung von Werken Otto Dix‘ im öffentlichen Besitz. In der oberen Etage, als Krönung so zusagen, sind diese Werke zu sehen.

Hier finden sich allerdings auch ein paar Werke von Conrad Felixmüller, wie dieses Selbstbildnis aus dem Jahr 1920, das Jahr in dem er den sächsischen Staatspreis bekam. Von Felixmüller auch diese Werke, die im Ruhrgebiet entstanden, Auslöser waren Studien im Arbeitermilieu. Das was hier in Chemnitz zu sehen ist kann ungelogen als wahrer Kunstschatz bezeichnet werden. Da werden selbst die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden neidvoll nach Chemnitz blicken.

Dix oder Felixmüller sind aber nur zwei der Künstler, deren Arbeiten hier zu sehen sind. Kirchner, Münter, Beckmann, Heckel, Schmidt-Rottluff, Baumeister oder auch Warhol.

Der Wert dieser Sammlung von Gemälden, Grafiken und Skulpturen wird auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt. Die gesamte Kunstwelt wird auf Chemnitz blicken.

Es gibt aber auch eine Gefahr, die, dass sich das Museum Gunzenhauser zu einem Mikrokosmos entwickelt, der zwar wahrgenommen wird, aber im großen Stil nur außerhalb unserer Stadtgrenzen.

Ein Tag der offenen Tür für alle Chemnitzer wäre eine Möglichkeit, damit auch die das Museum einmal kennen lernen und sich damit, was viel wichtiger ist, identifizieren können. Wenn nicht, dann besteht die große Gefahr, das die ins Leben gerufene Stadt der Moderne, weiter nur auf dem Papier existiert.

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