Musisches Profil für André-Gymnasium

Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – diese Erfahrung hat man auch im Dr.-Wilhelm-Andre-Gymnasium machen müssen.

Hier versucht seit Jahren die Leitung ein vertieft musisches Profil einzurichten – bislang jedoch erfolglos. Was fehlt ist das „okay“ der Staatsregierung und das lässt seit drei Jahren auf sich warten.

Wer musisch interessiert ist, der geht in Chemnitz aufs André-Gymnasium, denn hier gehört Musik zum Alltag. So erhalten Schüler im Rahmen einer Streicherklasse Gelegen-heit, selbst zu musizieren. Ein Abitur mit Leistungskurs Musik aber können sie nicht ab-legen, denn dieser Kurs fiel der Oberstufenreform zum Opfer. Deshalb kämpft die Schul-leitung seit Jahren um die Einführung eines vertieft musischen Profils.

Interview: Andreas Gersdorf – Schulleiter André-Gymnasium

Auch die Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack unterstützt die Bestrebungen des Gymnasiums. Die Gründe dafür liegen für sie klar auf der Hand.

Interview: Annekathrin Giegengack – Landtagsabgeordnete Bündnis / Grüne

Zustimmung signalisiert auch die Chemnitzer Musikschule. Der Bedarf, so die Leitung sei da. 2.300 Schüler und eine lange Warteliste sprechen für sich, dazu platzt die Einrichtung räumlich aus allen Nähten.

Interview: Nancy Gibson – Schulleiterin Musikschule Chemnitz

Die Stadt Chemnitz als Schulträger ist inzwischen aktiv geworden. Nachdem ein Stadtrats-beschluss im Dezember 2010 den Weg freimachte, wurden hier bereits Nägel mit Köpfen gemacht.

Interview: Andreas Gersdorf Schulleiter André – Gymnasium

Und dennoch, auf grünes Licht aus Dresden warten die Chemnitzer vergeblich.

Interview: Andreas Gersdorf Schulleiter André-Gymnasium

Auch die Informationen des Sächsischen Kulturministeriums an die bündnisgrüne Landtagsabgeordneten werfen mehr Fragen auf, als sie Antworten geben. So hieß es in einem Schreiben vom 13.10.2011:

„Im weiteren Prüfverfahren sind noch ergänzende Stellungnahmen unterschiedlicher Institutionen notwendig, wie beispielsweise der Sächsischen Bildungsagentur, der Stadt Chemnitz als Schulträger, der Schulkonferenz sowie von Eltern- und Schülervertretern.“

Knapp zwei Monate später, am 1.12.2011 räumte das Ministerium ein, das die Unterlagen lagen zum Teil seit bereits drei Jahren vorlagen, mit grundsätzlich positivem Grundtenor.
Doch dies ist nicht der einzige Punkt, der für Ärger sorgt. Auch andere Aussagen erscheinen der Abgeordneten fadenscheinig.

Interview: Annekathrin Giegengack – Landtagsabgeordnete Bündnis / Grüne

Den betroffen Schülern und Eltern läuft indes die Zeit davon.

Interview: Annekathrin Giegengack – Landtagsabgeordnete Bündnis / Grüne

Ans Aufgeben denken die Chemnitzer Befürworter indes noch lange nicht. Denn auch im nächsten Jahr stehen viele Betroffene vor der Frage, welches Gymnsium das richtige ist. Bis dahin aber sollte diese unsägliche Hängepartie endlich ein Ende gefunden haben.

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar