Mutmaßlicher Mörder von Jonathan H. – Wer ist Benjamin Hupel?

Seit einiger Zeit steht er bereits auf der bundesweiten Fahndungsliste der Polizei: Der 23-jährige Benjamin Hupel. Doch wer ist der Mensch hinter dem Namen? Alle bekannten Infos zum mutmaßlichen Täter lesen Sie bei uns online. +++

Betrachtet man den Werdegang des 23-Jährigen, dann ist es völlig unverständlich, dass der junge Mann zu so einer Tat fähig sein könnte. Hupel kommt aus einem normalen Elternhaus, lebte den Großteil seines Lebens in seinem Heimatort Arnstadt in Thüringen.

2007 machte er dort am Neideck-Gymnasium sein Abitur. Er wurde als ruhiger, aber strebsamer Schüler beschrieben. Introvertiert und ohne richtigen Freundeskreis. Für die Nachbarn war er der typische Computer-Freak und Eigenbrödler.

Nach seinem Abschluss begann er eine Bäckerlehre in Arnstadt, nur wenige hundert Meter vom Elternhaus entfernt. Der dortige Meister bezeichnete ihn als arbeitsam und unkompliziert. Doch Hupel brach die Lehre nach zwei Jahren ab.

Der 23-Jährige hatte andere Pläne. Hupel zog nach Leipzig, wohnte in einer WG in Lindenau, unweit vom Palmengartenwehr an der Elster. Er machte eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und absolvierte ein sechswöchiges Praktikum in einer Praxis in Zwenkau. Auch seine dortigen Kollegen beschrieben ihn als still: „Meist hatte man das Gefühl, er steht irgendwie neben sich.“, so eine Angestellte.

Doch was könnte einen eigentlich ruhigen Menschen wie Benjamin Hupel zu so einer Tat treiben?

Fakt ist, dass Hupel losen Kontakt zum späteren Opfer Jonathan H. hatte. Wie nah sich die beiden jungen Männer letztendlich standen, ist nicht bekannt. Beide teilten aber ähnliche Interessen: Jonathan H. war Hobby-Cosplayer und in der japanischen Manga- und Anime-Szene verwurzelt. Hupel soll änhliche Ambitionen gehabt haben, träumte laut Medienberichten immer schon davon, Science-Fiction-Autor zu werden.

Was am Ende zu der grausamen Bluttat im November 2011 geführt haben soll, versucht die Polizei zu entschlüsseln. Ein sexuelles Motiv wird bisher nicht vermutet, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Der Tathergang konnte zum Teil schon rekonstruiert werden. So soll der Mord vermeintlich in der WG in Lindenau stattgefunden haben.

Durch seine physiotherapeutische Ausbildung hatte Hupel anatomische Kenntnisse, was die zum Teil fachmännische Zerteilung der Leiche von Jonathan H. erklären könnte. Auch der Wohnort nahe des Palmengartenwehrs, wo die Leichenteile später entdeckt wurden, passt ins Bild der Ermittlungen.

Wo sich Hupel momentan aufhält, ist unklar. Seit dem 17. Dezember hat ihn niemand mehr gesehen, er wurde von seinen Eltern als vermisst gemeldet. 
Wahrscheinlich ist er untergetaucht und auf der Flucht. Die Leipziger Polizei schätzt Hupel als gefährlich und unberechenbar ein. Es wird vermutet, dass der 23-Jährige bewaffnet ist.

Die Polizei fahndet deutschlandweit nach Hupel – dem unscheinbaren, jungen Mann aus Arnstadt, der als Tatverdächtiger in einem grausamen Mordfall gilt…