Nach Anzeige im Gohliser Familiendrama: Oberbürgermeister verspricht Aufklärung!

Nach die Ur-Großmutter des toten Zweijährigen aus Gohlis Strafanzeige gegen Jugendamtschef Siegfried Haller und Oberbürgermeister Burkhard Jung erstattet hat, will Letzterer die Wogen glätten. Jung verspricht Aufklärung. +++

Die Rentnerin beruft sich bei der Anzeige auf „Tötung durch Unterlassen“, bestätigte die Staatsanwaltschaft Leipzig. Die Frau habe die Ämter oft und früh auf die nicht therapierte Drogensucht ihrer Enkelin hingewiesen. Die Behörden hätten allerdings nicht reagiert, so die Rentnerin. Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte nun angekündigt, den Fall umfassend und lückenlos aufzuklären.

Aus Sicht der Ämter wurden keinerlei Fehler gemacht, so Siegfried Haller bei der Präsentation der Ergebnisse vor zwei Wochen. Allerdings wurde angekündigt, die Arbeit des Betreuers genauer zu untersuchen, der den letzten Kontakt mit der jungen, drogenabhängigen Frau hatte. Der Mitarbeiter hatte keinerlei Handlungsbedarf gemeldet.

„Der zuständige Betreuer musste eine Entscheidung treffen. Da es keinerlei Hinweise auf Kindeswohlgefährdung gab, hat er in meinen Augen keinen Fehler begangen. Allerdings hätte er möglicherweise zu einer Teamberatung einladen müssen. Es wird jetzt gründlich recherchiert.“, so Haller.

Die 26-jährige Mutter in der Nacht zum 17. Juni tot in ihrer Wohnung in Gohlis gefunden worden. Auch der Leichnam ihres warscheinlich verdursteten Sohnes im Alter von zwei Jahren wurde entdeckt. Die Nachbarn hatten die Polizei aufgrund eines verdächtigen Geruches alarmiert. Im Vorfeld gab es bereits Hinweise von der Familie der jungen Frau, die sich seit Wochen nicht mehr gemeldet hatte.

Die Behörden in Leipzig kannten die Frau seit dem Jahr 2009 und sahen zuletzt keinerlei Handlungsbedarf bezüglich der Mutter und ihrem Kind.