Nach Döbeln sagt auch Mittweida JA – Freiberg sagt NEIN

In den letzten Tagen sind wegweisende Entscheidungen gefallen.

Der Kfv Mittweida e.V. votierte mit 97,7% für einen geschlossenen Beitritt zum Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen, der Kfv Freiberg e.V. stimmte mit 93,5% dagegen. Der Kfv Döbeln e.V. hatte bereits im Herbst 2008 einstimmig für einen Beitritt zum Kfv Mittelsachsen gestimmt. Somit ist in Mittweida und Döbeln ein Beitritt beschlossen, in Freiberg wurde er abgelehnt.

Auf der Verbandsversammlung am 27.03.2008 des Kreisfeuerwehrverbandes Mittweida e.V. gab es, neben Ehrungen und Auszeichnungen, hauptsächlich um den Beschluss zum geschlossenen Beitritt zum mittelsächsischen Feuerwehrverband. Das Abstimmungsergebnis war das Ergebnis monatelanger effektiver Öffentlichkeitsarbeit. „Wir informieren unsere Mitglieder bereits seit Monaten über die Vorteile des Zusammenschlusses“, sagte der Mittweidaer Verbandschef Ingo Geidelt. Ein Votum gegen die Fusion habe er nicht erwartet; in den letzten Wochen seien allerdings vermehrt Ängste und Fragen zu einem Beitritt laut geworden. Nach Meinung von Geidelt trug vor allem der zum Teil aggressiv ausgetragene Streit zweier Bürgerinitiativen um das mittelsächsische Kfz-Kennzeichen dazu bei, die Altkreise zu spalten. „Obwohl die Debatte um den neuen mittelsächsischen Kreisfeuerwehrverband rein gar nichts mit dem Kennzeichen-Streit zu tun hat, fühlten sich augenscheinlich einige Mitglieder davon beeinflusst“, sagte Geidelt.

Bei der Freiberger Delegiertenversammlung am 20.03.2009 in Flöha stimmte, außer dem Vorstand, niemand für einen Beitritt. Für Ehrenfried Keller, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Freiberg und zugleich Chef des neuen mittelsächsischen Kreisverbands, ist das Abstimmungsergebnis von Flöha höchst unerfreulich. „Es gab hier Emotionen, die das Abstimmungsverhalten beeinflussten. Es wurden aber auch Fehler in der Vorbereitung der Verbandsversammlung gemacht“, räumte Ehrenfried Keller gegenüber der Freien Presse ein.

Schon am Dienstag nach der Freiberger Entscheidung wurde der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Freiberg, Stephan Langhanki, in der Flöhaer Ausgabe des BLICK mit den Worten zitiert: „Eigenständige Verbandsarbeit sollte nämlich nicht durch sich abzeichnende politische Fehlentscheidungen beeinflusst werden. Immerhin steht 20 Jahre Bewährtes auf dem Spiel.“ Stephan Langhanki stellte auch einen mittelsächsischen Kreisfeuerwehrverband in Frage. Dass diese Meinungsfindung nur bei wenigen auf offene Ohren stößt, zeigt die Entscheidung in Mittweida, welche ein eindeutiges Signal setzt.

Dabei hatte sogar der Landrat des Landkreises Mittelsachsen und ehem. Landrat des Altkreises Freiberg eine klare Botschaft an die Delegierten: „Natürlich würde auch ich mir als Feuerwehr die Regionalität nicht nehmen lassen, aber entweder wir beklagen weiterhin den Zustand oder nutzen die jetzige Situation und schauen gemeinsam in die Zukunft, die einen großen Kreisfeuerwehrverband verlangt“, sagte der Freiberger.

Aber gerade wegen der teilweise aggressiven Berichterstattung in den Medien haben alle Vorstände der Kreisfeuerwehrverbände eine einheitliche Botschaft. „Es gibt keinen Streit innerhalb der Vorstände. Man habe stets konstruktiv zusammengearbeitet und erste Ziele wurden erreicht. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Wir hoffen alle gemeinsam, dass die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit nicht von Einzelpersonen zerredet wird.“

Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Mittweida e.V.