Nach eigenem Abschiebedrama – jetzt bangt Luan um seine Eltern

Leipzig – Das Schicksal von Luan, einem Schüler aus dem Kosovo, der mit seiner Familie in Grünau lebt, hat uns bereits vor einem Jahr bewegt. Damals ging um seine drohende Abschiebung. Jetzt soll es seine Eltern und seine Geschwister treffen. Doch auch dagegen regt sich Widerstand.

 

 

Luan Zejneli vor rund einem Jahr an seiner Schule, dem Max-Klinger-Gymnasium in Grünau. Kurz vorher hatte er erfahren, dass er abgeschoben werden soll. Zurück in den Kosovo, das Land, das er mit seinen Eltern und Geschwistern zwei Jahre zuvor verlassen hatte. Dank des Engagements seiner Mitschüler konnte die Abschiebung damals verhindert werden. Luan darf zumindest bis 2020 bleiben. Seine Familie aber nicht. Sie soll nun zurückgeführt werden, Luan würde alleine zurückbleiben. Wie schon damals hat auch dieses Mal wieder Benjamin Heinsohn, ein ehemaliger Mitschüler und Freund Luans die Initiative ergriffen. Er hat eine Petition gestartet und mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat einen Härtefallantrag gestellt. Begründet wird das unter anderem mit der gesundheitlichen Situation der Eltern. Beide sind schwer krank. Auch für die Geschwister Luans wäre das eine Katastrophe. Sie gehen hier zur Schule, haben deutsch gelernt und Freunde gefunden.

Unterstützung erhalten Luan und seine Familie von der LINKEN-Fraktion Leipzig, Gegenwind kommt von der CDU. Solange der Fall geprüft wird, muss die Familie erst einmal nichts befürchten. Trotzdem eine belastende Situation für Luan, der sich eigentlich auf die Schule konzentrieren will. Sein Ziel ist es, die zehnte Klasse zu beenden und danach entweder Abitur oder eine Ausbildung zu machen. Zahnarzthelfer oder Erzieher kann sich Luan gut als späteren Beruf vorstellen. Zunächst aber hofft er, nicht von seiner Familie getrennt zu werden. Spätestens im März wird die Entscheidung wohl fallen.