Nach Gohliser Familiendrama: Kinderschutzbund bescheinigt Behörden gute Arbeit

Im Falle der tot aufgefundenen, 26-jährigen Mutter aus Gohlis und ihres zweijährigen Sohnes habe es keine Versäumnisse von Seiten der Behörden gegeben. Das teilte das Jugendamt am Freitag mit. Der deutsche Kinderschutzbund sieht das ebenfalls so. +++

Nachdem am vergangenen Sonntagnachmittag die Leichen der 26-jährigen Frau und ihres zweijährigen Kleinkindes vorgefunden worden, ist die Kritik um die angeblichen Versäumnisse des Jugendamtes laut.
Wie das Jugendamt am Freitag mitteilte, haben laut den bisherigen Erkenntnissen keinerlei Versäumnisse im Umgang mit der 26-Jährigen vorgelegen.

Prof. Dr. Jörg-Achim Weber, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes OV Leipzig e.V. äußert sich zu den Anschuldigungen: „Das Jugendamt nimmt solche Probleme ernst und arbeitet sehr gut. Solche Fälle sind nicht die Regel.“ Dass psychisch Kranke und Suchtkranke spezielle Hilfe benötigen, ist klar. Jedoch sei eine so intensive Kontrolle einfach nicht möglich, so Weber weiter.
Entgegen von Medienberichten halte der Deutsche Kinderschutzbund viel von der Arbeit der Leipziger Behörden.

Die Frau aus Gohlis war bei den Ämtern seit ihrem 16. Lebensjahr bekannt. Seit der Geburt ihres Sohnes 2010 wurde die 26-jährige Mutter vom Jugendamt betreut. Im selben Jahr absolvierte sie eine Drogentherapie samt Kind.

2011 wurde die Frau anscheinend rückfällig, das Amt schaltete sich ein, konnte aber keinerlei Auffälligkeiten feststellen. Auch eine Gefährdung des Kindes wurde zu keinem Zeitpunkt festgestellt, so das Leipziger Jugendamt. Wenige Monate später wurden der Frau die Sozialbezüge durch das Jobcenter gestrichen. Mangelnde Bereitschaft, hieß es von dort.

Seit April bestand kein Kontakt mehr zwischen den Behörden und der Frau. Erst nachdem die Familie sich bei den Ämtern meldete, wurde eine Kontrolle beantragt. Leider zu spät, wie sich jetzt heraus gestellt hat.