Nach Heimschlappe gegen Union-Reserve – Ist Lok Leipzig zu schwach für die Liga?

Ist das Team gut genug aufgestellt? Liegt es am Trainer? Oder ist die Spielklasse momentan einfach noch zu groß? Das 0:5-Heimdebakel am Sonntag wirft bei Lok Leipzig weitere Fragen auf, ob die Regionalliga vielleicht doch zu früh kam. LF wagt eine Analyse. +++

Als Sechster in der Oberliga war Lok Leipzig in der letzten Saison aufgestiegen. Ein bis dato seltener Fall. Grund dafür: Die U23-Teams, die in der Tabelle zwar besser positioniert waren, aber nicht aufsteigen durften. So rückte Lok Leipzig trotz einer eher durchwachsenen Saison nach und schaffte den Aufstieg. Doch war der Zeitpunkt dafür nicht doch zu früh?

Auf den ersten Blick hat Lok Leipzig ein durchaus ligataugliches Team mit einem erfahrenen Trainer an der Spitze. Doch scheint es in dieser Saison trotzdem nicht so richtig zu klappen. Erst magere sechs Punkte aus neun Ligaspielen stehen auf der Haben-Seite. Dabei wurden zum Teil auch Zähler gegen Teams liegen gelassen, die eigentlich auf Augenhöhe mit der „Loksche“ spielen. Union Berlin II war so eine Mannschaft. Dennoch hagelte es eine herbe 0:5-Pleite.

Dabei scheint es in dieser Saison leicht zu sein, gegen Lok Leipzig Tore zu schießen. Mit 13 Gegentreffern ist man zwar nicht die Schiessbude der Regionalliga (Rathenow und Torgelow haben jeweils 14 Gegentore gefangen), aber die Abwehr rund um Keeper Gäng könnte stabiler sein.

Das wahre Problem der „Loksche“ liegt aber in der Offensive. Mickrige fünf Tore stehen da zu Buche – kein Team der Liga traf bisher weniger in die Maschen. Vom 3:1-Erfolg gegen Torgelow mal abgesehen, hat Lok Leipzig bisher nur in zwei weiteren Partien einen Treffer erzielt. Ansonsten zahlte man vor dem gegnerischen Tor nur Leergeld. Hier muss dringend etwas geschehen, damit man den Titel des „harmlosesten Angriffs der Liga“ bald los wird.

Doch bei all den Niederlagen gibt es dann auch wieder Momente, die einen hoffen lassen. Zum Beispiel das Derby gegen RB Leipzig. Dort zeigte Lok Leipzig phasenweise richtig guten Fußball. Und auch beim Sensationssieg in doppelter Unterzahl gegen Carl-Zeiss Jena bewies das Team, wie robust und solide man eigentlich in der Regionalliga bestehen kann. Eine Basis, auf der man aufbauen kann und vielleicht sogar sollte.

Bleibt also zu hoffen, dass die Jungs aus Probstheida vielleicht in den nächsten Spielen wieder zu eben jener Form zurückfinden. Denn aus sportlicher Sicht ist das Team durchaus eine Bereicherung für die Regionalliga.