Nach rechtsextremer Attacke auf Sommerfest – Stadträtin fordert Schließung von NPD-Zentrum

Am vergangenen Wochenende gerieten Personen aus dem NPD-Zentrum in der Odermannstraße und die Besucher eines Sommerfestes in Lindenau aneinander. Die Schließung des Zentrums steht nun erneut zur Diskussion. +++

Juliane Nagel, Stadträtin in Leipzig zeigt sich aufgrund dieses Vorfalles entsetzt: „Es kann und darf nicht sein, dass Veranstaltungen, die soziale und kulturelle Einrichtungen im Umfeld der Odermannstraße 8 ausrichten, abgebrochen werden müssen, weil die Bedrohung durch Nazis zu groß ist. Es darf nicht sein, dass es in einer Großstadt, die sich als weltoffen bezeichnet, Angstzonen gibt, in denen Menschen, die nicht ins Weltbild der Nazis passen, sich nicht bewegen können.“, kritisierte die Stadträtin den Vorfall.

„Nachdem die Stadt Leipzig sich nicht zum konsequenten Ahnden von Verstößen gegen bauordnungsrechtliche und gaststättenrechtliche Vorgaben im Nazizentrum durchringen konnte, muss zumindest dafür gesorgt werden, dass die Unversehrtheit von Menschen, die sich im Umfeld des Nazizentrums bewegen, gesichert wird. Finales Ziel muss es allerdings bleiben, das Zentrum zu Schließen. Die Betreiber und Besucher der Odermannstraße 8 sind jederzeit bereit ihre menschenverachtende Ideologie gewaltvoll umzusetzen. Sie sind eine Bedrohung für ein solidarisches Zusammenleben und die demokratische Kultur. Und dies ist nicht nur ein Problem für die Nachbarschaft sondern für die gesamte Stadtgesellschaft.“, erklärte Nagel abschließend.

Hintergrund: Am Samstagabend startete im NPD-Zentrum eine Feier. Gleichzeitig fand wenige Straßen weiter das Sommerfest des Leipziger Kunstvereins D21 statt. Gegen 1 Uhr verließen einige, vermeintliche Neonazis die Odermannstraße und statteten dem Sommerfest einen „Besuch“ ab.

Zuerst wurden die Gäste des Festes verbal bedroht, während zwischenzeitlich weitere mutmaßliche Rechtsradikale eintrafen. Die Veranstalter des Sommerfestes riefen die Polizei. Gerade rechtzeitig, wie sich wenig später heraus stellte. Die Neonazis versuchten, mit Gewalt gegen die Sommerfest-Gäste vorzugehen, was glücklicherweise durch den Einsatz der Polizei unterbunden werden konnte. Die Beamten bildeten unter anderem einen Personenkette, um die beiden Parteien voneinander zu trennen. Es wurden zahlreiche Platzverweise ausgesprochen.

Die Rechtsradikalen reagierten anschließend mit Steinwürfen in Richtung der Polizisten, der durch verstärkten Einsatz der Beamten ebenfalls beendet wurde. Es wurde gegen weitere Neonazis Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. Aufgrund des Vorfalls musste das Sommerfest des Kunstvereins abgebrochen werden.