Nach Schiri-Streik in Berlin: So ist die Lage in Leipzig

Leipzig - Die Schiedsrichter in den Amateurligen schlagen Alarm. Denn immer häufiger kommt es neben verbalen auch zu handgreiflichen Attacken an Schiedsrichtern in Amateurligen.

Für die Schiris in Berlin war das nun ein Foul zu viel. Sie zeigten am Wochenende dem gesamten Amateurbereich die Rote Karte und streikten. Die Folge: Über 1.500 Spiele wurden abgesagt. Jakob Reiche ist 29 Jahre und Schiedsrichter seit dem 15. Lebensjahr sowie Vorsitzender des Schiedsrichterausschuss des Fußballverbandes der Stadt Leipzig. Er hat Verständnis für die Aktion: "Als Schiedrichter ist man kein Freiwild!" Im Gegensatz zu Berlin stellt sich die aktuelle Schiedrichter-Lage in Leipzig noch entspannt da. Jedoch werden immer wieder im Jugendbereich Schiedsrichter häufig angegangen, insbesondere von den Eltern. Im Zuge dessen hat der Fußballverband Schutzmaßnahmen eingesetzt.

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So wird im F- und E-Junioren Bereich in sogenannten Fair Play-Ligen auf Schiedsrichter gänzlich verzichtet. Bereits Mitte September streikten die Schiedsrichter im Saarland. In Leipzig gab es bis auf einen Vorfall, bei dem ein Fan den Schiedsrichter körperlich verletzt hatte, keine weiteren Übergriffe. Offenes Gehör finden alle Schiedsrichter, die sich trotz dessen unwohl fühlen sollten, bei dem unmittelbaren Ansetzern. Damit es weiter friedlich auf Leipziger Fußballplätzen bleibt, bittet Jakob Reiche um gegenseitigen Respekt zwischen Spielern, Trainern, Fans und Schiedsrichtern.

Des Weiteren spricht er sich auch klar für die Aufgabe des Schiedsrichters aus. Somit geht der Schiedsrichter-Alltag auch für Jakob Reiche weiter. Um es mit Sepp Herbergers Worten zu sagen: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Und das pfeift heute wie damals nun mal der Schiedsrichter.