Nach Strom-Unfall auf Bahngelände – 22-Jähriger außer Lebensgefahr

Dresden – Nach einem schweren Stromschlag liegt ein 22-Jähriger aus Dresden seit Samstagnacht im Koma in einer Leipziger Spezialklinik. Der junge Mann mit Migrationshintergrund war auf einer Bahnanlage in der Dresdner Friedrichstadt auf einen Mast geklettert und kam der Oberleitung zu nah. Schätzungsweise 15.000 Volt flossen durch seinen Körper.

Durch die Wucht wurde er auf einen Kesselwagen geschleudert. Zunächst war der Mann ansprechbar. Schockmoment und ein hoher Adrenalinspiegel hielten ihn möglicherweise noch bei Bewusstsein. Rettungskräfte konnten den Mann vom Dach des Güterzuges bergen. Bereits kurze Zeit später fiel er ins Koma.
Wie Holger Uhlitzsch, Sprecher der Bundespolizei, mitteilt, befindet sich der 22-Jährige außer Lebensgefahr. Er hätte schwerste Verbrennungen durch den Stromschlag von Fuß bis zum Knie erlitten. Warum der Mann sich in der Nacht zum Sonntag auf dem Bahngelände aufhielt, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.
Der junge Mann, der in Dresden lebt, hatte mehr Glück als Verstand. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit Bahnstrom. Je nach Witterung kann es ab 1,50 Meter Abstand zu Stromschlägen kommen, bei hoher Luftfeuchtigkeit vergrößert sich der Abstand sogar. Im Zusammenhang mit der steigenden Zahl an Vorfällen in den Sommermonaten, weist die Bundespolizei explizit darauf hin, dass Bahnanlagen kein Spielplatz sind. Oft gehen Unfälle tödlich aus.
Im Fall des 22-Jährigen liegt mindestens eine Ordnungswidrigkeit vor. Gerade einmal 10 Euro sieht der Strafkatalog hierfür vor. Der Vorfall ließe sich laut Bundespolizeisprecher auch als Betriebsstörende Handlung ahnden, weil die Rettungskräfte vor Ort die Strecke sperren und die Oberleitung vom Strom freischalten mussten. Eine Strafe würde hierbei individuell festgelegt werden. Wie in dem aktuellen Fall seien Geschädigte durch derartige Unfälle in der Regel jedoch derart beeinträchtigt, dass man von hohen Strafen eher absieht.