Nach weiterer Niederlage für Lok Leipzig: Wer ist Schuld am Misserfolg?

Am Samstag kassierte der 1. FC Lok Leipzig die dritte Niederlage in Folge und damit die siebte Pleite in dieser Saison. Das Team aus Probstheida steht in der Tabelle an vorletzter Stelle. Doch wer ist Schuld an der Misere? Für viele Fans ist es der Trainer. +++

Marco Rose übernahm das Team im Juni 2012, nachdem sein Vorgänger Willi Kronhardt aufgrund von vereinsinternen Differenzen einen Tag nach der Aufstiegsfeier bei Lok Leipzig gekündigt hatte. Der 36-jährige Rose war eine logische Wahl als Nachfolger: Der in Leipzig geborene Abwehrspieler begann seine Profikarriere in der Messestadt – damals noch beim VfB Leipzig, ehe er zu Hannover 96 wechselte und später bei Mainz 05 kickte. Nach seinem Karriereende war er Co-Trainer bei den Mainzern und kam im Juni daher sowohl als traditionsbewusster, Leipziger Fußballer als auch als erfahrener Übungsleiter zur „Loksche“. Und er hatte dadurch vor allem eines: Die Sympathien der Fans auf seiner Seite.

Die scheint er nun aber verspielt zu haben. Nach drei kraftlosen Auftritten seiner Mannschaft hintereinander steht Rose in der Kritik. In den Fan-Foren der Blau-Gelben hagelte es nach der 1:3-Niederlage gegen Neustrelitz „Rose raus!“-Einträge. Dem Trainer würde es an Kampfgeist fehlen, sein auf spielerische Mittel ausgelegtes System wäre mit einer Mannschaft wie der von Lok Leipzig nicht umsetzbar. Doch ist der Trainer allein an der bisher schlechten Saison Schuld?

Einige Kritiker bemängeln auch den mangelnden Willen bei der Mannschaft. Die Spieler würden sich für den Verein nicht genug ins Zeug legen, heißt es. Angesichts von mageren sechs von 27 möglichen Punkten und gerade einmal sechs geschossenen Toren (zusammen mit Torgelow der schlechteste Angriff der Liga) ein durchaus haltbares Argument. Doch fehlt es der Mannschaft wirklich an der Klasse bzw. der Qualität, in der Regionalliga zu kicken?

Wenn ja, ist dann nicht die Vereinsführung selbst gefragt, sein Aushängeschild im Männerfußball besser zu unterstützen? Außer den Neuzugängen Rolleder und Oechsner wurde das Team nämlich nicht signifikant verstärkt. Bei einem geringen Jahresetat ist das kein Wunder.

Aber hätte man dann nicht die Weitsicht besitzen können, um zu sagen, dass man vom Aufstieg zurücktritt? Dass man (noch) nicht die nötigen Mittel hat, um in der Regionalliga auf gleicher Höhe mitspielen zu können? Die bittere Wahrheit scheint ein klares „Ja“ zu sein.

Zum Schluss bleibt dann aber nur noch eine Frage: Wer wird das erste Opfer der bisherigen Pleitenserie? Im schnelllebigen Geschäft des Fußballs ist das meist der Trainer…