Nachruf: Theater Chemnitz trauern um Jochen Ulrich

Die Theater Chemnitz trauern um Jochen Ulrich, der am Samstagmorgen im Alter von 68 Jahren in Linz verstorben ist.

Er war einer der bedeutendsten deutschen Choreografen der letzten Jahrzehnte, seine Arbeit wirkte stilprägend.

Jochen Ulrich wurde am 3. August 1944 in Osterode geboren. Er begann seine Laufbahn 1967 als Tänzer beim Ballett der Kölner Oper. Hier entstanden auch seine ersten Studio-Ballette, die ihm 1970 den Berliner Kritikerpreis einbrachten. Er war Mitbegründer und ab 1979 künstlerischer Leiter und Chefchoreograf des Tanz-Forum Köln, das 1971 als erste moderne Tanzkompanie in Deutschland an der Kölner Oper entstand. Klarer akrobatisch-technisch orientierter Tanz, der sich jeweils dem gewählten Thema entsprechend neu ordnet, kennzeichnet Jochen Ulrichs Ballette. Internationale Tourneen und Gastspiele sowie Einladungen in zahlreiche Länder haben seine Arbeit bekannt gemacht.

In Köln hat er 15 Jahre lang bis 1985 durch die „Internationale Woche des Modernen Tanzes“ in Deutschland ein Fenster geschaffen für die wichtigsten internationalen Entwicklungen im Modernen Tanz. Zahlreiche Choreografen und Ballettdirektoren sind in seiner Kölner Ära aus den Reihen des Ensembles gewachsen – unter ihnen auch Lode Devos.

Von 2000 bis 2006 fungierte Jochen Ulrich als Künstlerischer Leiter des Tanztheaters am Tiroler Landestheater in Innsbruck, wo auch zahlreiche Uraufführungen entstanden. Seit der Spielzeit 2006/2007 war Jochen Ulrich Ballettdirektor am Landestheater Linz.

Am Theater Chemnitz war Jochen Ulrich erstmalig 2009 mit „Exercises for Dancers“, seiner rasanten Tanz-Komödie über den Tänzeralltag, als Choreograf zu erleben. 2011 kehrte er für „Anna Karenina“ nach Tolstois Roman zur Musik von Sergej Rachmaninow zurück und feierte damit einen enormen Publikumserfolg.

Am Samstagabend, 19.30 Uhr hat sein Ballett „Nussknacker und Mausekönig“ im Chemnitzer Opernhaus Premiere. Die Theater Chemnitz widmen ihm diese Vorstellung.