Nachwuchs im Tierpark Chemnitz

Im Krallenaffenhaus gibt es Jungtiere zu beobachten, denn bei den Lisztaffen kamen am vergangenen Wochenende Zwillinge zur Welt.

Sie werden nicht nur von der Mutter, sondern auch den anderen Familienmitgliedern betreut und umher getragen. Die Mitarbeit der Familie bei der Jungenaufzucht ist eine Besonderheit der in Südamerika beheimateten Gruppe der Krallenaffen. Dadurch erhöhen sich die Überlebenschancen der Kleinen, die Geschwister sammeln Erfahrungen in der Jungenaufzucht, und das Weibchen wird entlastet. Zwillinge sind hier die Regel. Der Lisztaffenbestand im Tierpark Chemnitz ist nun auf zehn Tiere angewachsen.

Dieses Jahr hat sich auch wieder Nachwuchs bei den Somaliwildeseln im Tierpark eingestellt. Am Dienstag kam ein Hengstfohlen zur Welt. Mutter und Kind sind wohlauf, aber auf Grund des nasskalten Wetters momentan höchstens kurz auf der Außenanlage zu sehen. Die Mutterstute „Sabah“ stammt aus dem Tierpark Berlin und lebt seit 2002 im Tierpark, wo sie seitdem schon fünf Fohlen zur Welt gebracht hat.

Wildesel sind die Stammform unserer Hausesel und gehören inzwischen zu den am stärksten bedrohten Tierarten. Sie werden nur in wenigen deutschen Zoos und Tierparks gehalten.

Im vergangenen Jahr stellte der Tierpark zwei hier geborene Somali-Wildesel für ein internationales Artenschutzprojekt in Djibouti zur Verfügung. In diesem nordostafrikanischen Land war einst auch der Somali-Wildesel häufig. Ziel des Projektes ist es, die einheimische Bevölkerung mit verschiedenen ausgerotteten bzw. seltenen Tierarten des Landes vertraut zu machen und so zur Bewusstseinsbildung bei Artenschutz und Umwelterziehung beizutragen. Dazu werden in einem riesigen eingezäunten Areal verschiedenen Tierarten, u. a. auch Somaliwildesel, gehalten, tiermedizinisch betreut und verhaltensbiologisch untersucht.

Fotos: H. Will (Lisztaffe mit Jungtier), A. Dube (Somaliwildesel, Fohlen und Stute)