Namen sprühen gegen das Vergessen

Die Stadt Chemnitz lädt am kommenden Dienstag zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ein.

Chemnitz- Treffpunkt ist am Gedenkstein im Innenhof des Böttcher-Baus der TU Chemnitz. Anlass ist der erste Deportationszug, der am 10. Mai 1942 von Chemnitz in das Ghetto Bełżyce fuhr. Der Innenhof der TU Chemnitz war 1942 Sammelpunkt für die Deportationen. Teilnehmen werden auch Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Chemnitz. Im Anschluss werden die Namen von 134 deportierten Menschen, die aus Chemnitz und der Umgebung stammten, mit Sprühkreide auf den Fußweg zwischen TU Chemnitz und Hauptbahnhof gesprüht. Am Hauptbahnhof endet dann die Erinnerungsaktion, indem gegen 16.30 Uhr die Namen aller 134 Deportierten verlesen werden. Auch dort erinnert seit 2015 eine Gedenkscheibe an die Opfer.

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Vor 80 Jahren begannen in Sachsen und Thüringen die großflächig geplanten Deportationen der jüdischen Bevölkerung, mehr als tausend jüdische Menschen wurden am 10. Mai 1942 aus Thüringen und Sachsen abtransportiert. Die Aktion der Stadt Chemnitz mit den Buntmacher:innen wird umrahmt von den Lesungen unter dem Titel „Das demokratische Chemnitz liest!“, die an die Bücherverbrennungen durch die Nazis im Jahr 1933 erinnern. So findet unmittelbar im Vorfeld am gleichen Ort im Innenhof der TU Chemnitz eine Lesung von verbrannter Literatur statt. Die Leseaktion „Das demokratische Chemnitz liest!“ startet am Dienstag zum Sonnenaufgang um 5.27 Uhr und endet zum Sonnenuntergang um 20.43 Uhr. Die TU Chemnitz ist eine von elf verschiedenen Orten, an denen verbrannte und unterdrückte Literatur gelesen wird.