Natur als Zufluchtsort – Diplomausstellung bei der HfBK

Dresden - Die diesjährige Diplomausstellung können Dresdner noch bis 9. September in der Hochschule für Bildende Künste entdecken. Die Arbeiten beschäftigen sich in diesem Jahr besonders intensiv mit dem Thema Natur.

Bis 9. September werden in der Ausstellung im Oktogon und in den Ateliers auf der Brühlschen Terrasse die Diplomergebnisse der 42 Absolventen präsentiert. Kreisten viele der Arbeiten im vergangenen Jahr um Themen wie Identität und ihre historischen Bedingungen, um Körperlichkeit und Sexualität, taucht in diesem Jahr vermehrt das Thema Natur auf. Natur dient als Zufluchtsort, als Ausgangspunkt für formale oder physikalische Untersuchungen, die zu abstrakten Formen führen. Oder sie ist als sich in Rauch auflösende menschenleere Landschaft zu sehen, wie in den großformatigen Gemälden von Mona Pourebrahim. Patrcia Hörauf zeigt Pflanzenstudien, die bei Elbspaziergängen entstanden.

© Gabriela Hildebrandt

Sie verstehen sich als eine Art zeichnerischer Bestandsaufnahme der Elbflora zu verschiedenen Jahreszeiten. Pflanzenformen dienen als dekorative Hintergründe von Videomaterial etwa (bei Florian Birk) oder werden mit Bauschaum überformt und zu einer öden giftigfarbigen raumgreifenden Installation ausgebreitet (Nadine Baldow). Hybride Formen zwischen Wesen und Alltagsding bevölkern die Arbeiten von Ruth Unger, ihre Arrangements mäandern zwischen Sammlung und Spielplatz. Die nahezu naiv anmutende Malerei von Davit Maghradze zeigt allerleih Getier. Elisa Manig, Dominik Schäfer, Selma Köchling, Konrad Hanke und Maximilian Stühlen untersuchen die Welt der Artefakte so etwa die Materialität und Struktur von architektonischen Formen und Alltagsgegenständen und lösen dabei die Grenzen von Kunstwerk und Design auf. Lion Hoffmann erfindet ein eigentümliches Gefährt, das den Fahrer vor besondere Herausforderungen stellt.

© Gabriela Hildebrandt

Aber auch Fragen der Generationsidentität werden mit unterschiedlichen künstlerischen Medien in den Blick genommen. Josefine Schulz umkreist in ihrer performativen Arbeit, die Vorbilder wie Vanessa Beecroft und Anne Imhof reflektiert, das Thema der Langeweile. Edyta Szczepanska zeigt berührende fotografische Porträts und Katarina Schmidt untersucht in ihren Bildern was die heute 30 jährigen im Vergleich zu anderen Generationen prägt. Der Diplompreis des Freundeskreises der HfBK Dresden wurde in diesem Jahr Amanda Ziemele aus der Klasse Sery verliehen.

Diplomausstellung // Studiengang Bildende Kunst
Ausstellungsdauer: bis 9. September, Dienstag - Donnerstag 11 - 18 Uhr,
jeweils mittwochs 16.30 Uhr führen die Diplomanden durch die Ausstellung

Ort: Oktogon und Ateliers, Eingang Georg-Treu-Platz. Der Katalog zur Ausstellung ist am Eingang erhältlich.