Naunhof: Turmuhrenmuseum kämpft ums Überleben

Leipzig ist ja bekanntlich eine Museumsstadt, deren Sammlungen zu den umfangreichsten in ganz Deutschland gehören. Doch auch außerhalb unserer Stadtmauern, im Leipziger Land, tummeln sich erhaltenswerte Ausstellungen, denen es oft an Unterstützung fehlt. Das Turmuhrenmuseum der Stadt Naunhof hat dabei eine ganz besondere Verbindung zu Leipzig und seiner Kultur:

Seit Oktober schlägt sie jeden Montag auf dem Augustusplatz und gedenkt damit der Montagsdemonstrationen. Die Rede ist selbstverständlich von der Demokratieglocke.

Ihr kompletter Innenraum, also die Glockentechnik, stammt vom Uhrmachermeister Peter Schnabel, der gemeinsam mit seiner Frau ein kleines Uhrenmuseum unterhält.

Nur 25 Minuten von Leipzig entfernt liegt die Stadt Naunhof. Hier steht das bundesweit bekannte Turmuhrenmuseum und sein Ausstellungsinhalt weiß durchaus zu überraschen.

Hunderte von kleinen und Großen Uhren, von der Schachuhr bis zum Kirchturmskoloss ticken und schlagen munter vor sich hin.

Interview: Helga Schnabel – Leiterin des Turmuhrenmuseums

Doch leider scheinen im Augenblick alle Uhren auf kurz vor zwölf zu stehen, denn dem kleinen Museum fehlt es für 2010 an Unterstützungsgeldern durch den Kulturraum Sachsen.

Interview: Uwe Herrmann – Bürgermeister der Stadt Naunhof

Denkmalwürdige sächsische Handwerkskunst, elektrische Großuhren und Läuteinrichtungen – all das müsste man auflösen und größeren Museen überantworten, sollte das Museum tatsächlich geschlossen werden.

Doch so weit möchte es die Stadt Naunhof gar nicht erst kommen lassen.

Interview: Uwe Herrmann – Bürgermeister der Stadt Naunhof

Ein Plan, um die Sammlung wieder in das Förderprogramm für 2011 zu bringen, liegt laut Bürgermeister Herrmann ebenfalls bereit.

Die letzte Stunde des Turmuhrenmuseums hat also noch lange nicht geschlagen.