Nazidemo in Leipzig: Bürgergesellschaft gewinnt

Hunderte Polizisten waren im Einsatz, um die geplante Neonazikundgebung vor dem Hauptbahnhof und die mehr als 40 angekündigten Gegendemonstrationen abzusichern. +++

Am Samstag wollten Neonazis durch Leipzig marschieren. Das, so entschieden Stadt und Gerichtsbarkeit, durften sie nicht. Lediglich eine Kundgebung am Hauptbahnhof wurde genehmigt. Schon im Vorfeld war klar, dass die Rechten nun versuchen würden, Spontandemonstrationen in ganz Leipzig abzuhalten. Doch Polizei und mutige Leipziger verhinderten dies und bremsten das braune Gedankengut regelrecht aus. 

Ab 13 Uhr wollten die Rechten sich versammeln. Schon Stunden vorher fanden sich in der Stadt die Unterstützer des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ zusammen, um den Neonazis zu zeigen, das für sie hier in Leipzig kein Platz ist.

Durch das Marschverbot änderten die Rechtsextremen ihre Taktik und versuchten, Spontandemonstrationen in der ganzen Stadt abzuhalten. Am Bahnhof jedenfalls tauchten sie vorerst nicht auf. Immer wieder gab es Gerüchte, wo die Neonazis sich gerade aufhalten – ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel.

So stand die Polizei unter anderem an der Georg-Schumann-Straße mit einem Großaufgebot bereit. Dort hatten sich wenige Meter stadteinwärts auch die protestierenden Leipziger versammelt. Später als angekündigt waren die Neonazis schließlich doch noch am Hauptbahnhof, kamen allerdings dank Polizei von dort auch nicht weg. Rund 300 Rechte standen vor der Osthalle, auf der anderen Seite fast 1.000 Gegendemonstranten. Zwischenfälle gab es keine.

Auch die Abreise der Neonazis gegen 17 Uhr verlief ohne Zwischenfälle. Die Leipziger Polizei zeigte sich zufrieden mit dem Einsatz. Und auch die Mission des Aktionsnetzwerkes war erfolgreich. Den Rechten friedlich, gewaltfrei, aber bestimmt, zu zeigen, dass in Leipzig weder für rechtsextremes Gedankengut noch für dessen Verbreiter Platz ist. 

 „Der Gelbe Block hat Gesicht gezeigt.“ 
In gelben T-Shirts, mit gelben Luftballons und Transparenten sind junge Liberale als
„Gelber Block“ für bürgerschaftliches Engagement und gegen politischen Extremismus auf die Straße
gegangen.
Marcus Viefeld, der Landesvorsitzende: „Wir sind dagegen, Demonstrationen zu verbieten oder nicht zu
genehmigen. Eine Demokratie muss aushalten, dass auch missliebige Meinungen gesagt werden dürfen.
 
In diesem Fall ist die Zivilgesellschaft gefragt, für Toleranz auf die Straße zu gehen und ein Zeichen dagegen zu setzen.“

Die Jungliberale Aktion setzt sich schon länger intensiv mit der Gefahr auseinander, die der Demokratie am braunen Rand des politischen Spektrums gegenüber steht – besonders im Freistaat.

Die Forderungen und Lösungsvorschläge zum Umgang damit haben die
Jungliberalen in einem ausführlichen Leitantrag auf ihrem letzten Landeskongress Anfang Oktober
beschlossen.

Quelle: 
                    Leipzig Fernsehen
                    Jungliberalen Aktion Sachsen
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