“Nein“ für Globusmarkt in der Dresdner Neustadt

Der Dresdner Handelsverband spricht sich gegen den geplanten Globus-Markt in Dresden aus. Das hat eine Untersuchung ergeben. +++

Die geplante Ansiedlung eines SB-Warenhauses mit einer Verkaufsfläche von 8.800 m² sowie einer Shopzone von 3.200 m²am „Alten Leipziger Bahnhof“ wird übereinstimmend vom Handelsverband Sachsen e. V., der Industrie- und Handelskammer Dresden, City Management Dresden e. V., den Vereinen Unternehmerverein Dresden- Pieschen e. V. und Gewerbe- und Kulturverein Dresden-Neustadt e. V. abgelehnt.

Der Standort „Alter Leipziger Bahnhof“ ist laut Zentrenkonzept der Stadt Dresden nicht als Standort für großflächigen zentrumsrelevanten Einzelhandel zulässig. Er befindet sich außerhalb der in diesem Konzept deklarierten zentralen Versorgungsbereiche. Mit der geplanten Dimensionierung des Vorhabens mit 12.000 m² Verkaufsfläche sind negative Auswirkungen auf benachbarte zentrale Versorgungsbereiche, wie Äußere Neustadt, die Dresdner Innenstadt und Pieschen, zu erwarten.

Der Verkaufsflächenzuwachs entspricht 75 % des gesamten Verkaufsflächenbestandes der Äußeren Neustadt. Städtebaulich negative Auswirkungen durch Funktionsverluste und das Sterben mittelständischer Einzelhandelsgeschäfte werden die Folge sein. Ein vom Handelsverband Sachsen e. V. bei der Dresdner Beratungsfirma mund, gille + partner in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu folgendem Ergebnis: 

1. Der voraussichtliche Umsatz mit rund 56 Mio. € entspricht der Größenordnung eines Einkaufszentrums und bringt Umsatzrückgänge von bis zu 20 % im Bereich Lebensmittel und bis zu 15 % des übrigen zentrenrelevaten Sortimentes für die vorhandenen kleinen Zentren Äußere Neustadt, Innere Neustadt, Leipziger/Oschatzer Straße sowie das Wohnbereichszentrum Hechtviertel. Die Nahversorgungsstruktur wird unverträglich beeinträchtigt.

2. Durch die zu erwartenden verkehrlichen Mehrbelastungen sind die Knotenpunktsregelungen nicht mehr in der Lage, den Verkehr ohne wesentliche Beeinträchtigung abzuwickeln. Es entstehen massive Beeinträchtigungen. Die daraus folgenden Rückstauerscheinungen sind nicht mehr vertretbar.

3. Durch die Verkehrsmengenerhöhung durch die geplante Globus-Ansiedlung erfolgt eine weitere Belastungserhöhung (Stickoxid) und steht der Einhaltung des Luftreinhalteplanes entgegen. Ebenso verhält es sich bei der Feinstaubbelastung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte sind für alle signifikanten Werte der Luftschadstoffe nicht mehr einzuhalten.

Zusammenfassend kommt das Gutachten zum Ergebnis „die komplexen Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung ergeben eine klare Ablehnung des Globus-Warenhauses mit Erweiterung an diesem Standort“. Wir fordern daher von den politisch Verantwortlichen im Dresdner Stadtrat am Donnerstag, dem 15.3.2012, ein klares „NEIN“ zum geplanten Ansiedlungsvorhaben.

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