Neonazi-Marsch: „Courage“ wird in Leipzig groß geschrieben

In unserer Stadt geht man gerne auf die Straße, wenn es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen. Aus diesem Grund fuhren am Samstag auch zahlreiche Leipziger nach Dresden, um den Aufmarsch der Neonazis mit einer Gegen-Demo zu blockieren.

Menschenkette, Straßenblockaden und Spontandemonstrationen- vielfältiger Protest hat am 13. Februar dafür gesorgt, dass Rechte in Dresden nicht marschieren konnten.

Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ konnte über 10.000 Menschen mobilisieren, die sich mit Protesten der Demonstration von Rechten entgegenstellten. Allerdings blieben die Blockaden nicht immer friedlich, an vielen Stellen kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Immer wieder brannten in der Neustadt Mülltonnen, die zu Barrikaden errichtet worden waren. Der Thüringer Linken-Politiker Bodo Ramelow geriet auf der Großenhainer Straße mit Polizisten aneinander, als er sich einer Rechten-Demonstration entgegen stellen wollte.

Der befürchtete große Naziaufmarsch in Dresden blieb aus. Teilweise gab es Angriffe auf Busse und Autos rechter Sympathisanten. 17 Uhr gab die Polizei den Abbruch der Nazi-Veranstaltung bekannt.

Interview: André Schollbach (LINKE) – Fraktionsvorsitzender Stadtrat
Interview: Claudia Roth (B90/Grüne) – Bundesvorsitzende

Schätzungsweise 20.000 Menschen folgten am Samstag dem Aufruf von Dresdens Oberbürgerbürgermeisterin Helma Orosz und reihten sich in eine Menschenkette ein.

Im Zeichen der Weißen Rose fanden sich gegen Mittag vor dem Rathaus mehrere tausend Menschen zusammen. Um friedlich an die Zerstörung Dresdens zu erinnern.

Interview: Helma Orosz (CDU), Oberbürgermeisterin

10.000 Menschen waren notwendig um die Menschenkette zwischen Altmarkt, Rathausplatz und Synagoge zu schließen. Es waren weit mehr gekommen. Und so musste der ursprünglich geplante Radius sogar noch erweitert werden. Auch zahlreiche Prominente reihten sich in den Protest ein.

Interview: Stanislaw Tillich (CDU) – Ministerpräsident Sachsen

7.400 Polizisten aus der gesamten Bundesrepublik sicherten die verschiedenen Veranstaltungen in Dresden ab. In einer ersten Bilanz sagte Oberbürgerbürgermeisterin Helma Orosz heute, dass es noch einige Jahre dauern könne, bis Dresden am 13. Februar von Rechten verschont bleibe. Aber nach den Erlebnissen am Samstag sei sie sicher, dass es klappt.

Zu den Massenblockaden hatte auf Initiative des linken Bündnisses no pasaran ein bundesweiter Zusammenschluss von Initiativen, Parteien und Gewerkschaften aufgerufen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßte die Proteste. Tausende Bürger und ihre Gäste hätten einen außerordentlichen Erfolg für die Demokratie errungen.

+++ Mehr Bilder und Eindrücke von den Ereignissen am Samstag in Dresden, finden Sie bei unseren Kollegen von DRESDEN FERNSEHEN. +++