Neonazi-Überfall in Connewitz – zwei Jahre danach

Leipzig – Genau vor zwei Jahren zog ein rechtsradikaler Mob durch die Wolfgang-Heinze-Straße und hinterließ ein Bild der Zerstörung. Steven Hummel vom Verein chronik.LE kam damals erst nach Connewitz als sich die Rechtsradikalen bereits in Polizeigewahrsam befanden.

chronik.LE dokumentiert Aktivitäten von Neonazis in und um Leipzig. Am Mittwochabend lud der Verein in das UT Connewitz. Kameras waren zu der Veranstaltung nicht erlaubt. Das Thema waren die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwalt zu den Geschehnissen im Jahr 2016.

Seit zwei Jahren laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Eine lange Zeit. Auf Anfrage von Leipzig Fernsehen teilte die Leipziger Staatsanwaltschaft folgendes per email mit:

Die Dauer des Verfahrens ist … dem Umstand geschuldet, dass es sich – schon wegen der Zahl der Beschuldigen und der Komplexität des Gesamtgeschehens – um Verfahren handelt, in denen umfangreiche Ermittlungen durchzuführen waren bzw. sind. So mussten u.a. eine Vielzahl von objektiven Spuren und sichergestellten Datenträgern untersucht und ausgewertet werden, was als sehr aufwändig und damit auch zeitintensiv einzustufen ist.“

Was ist vor zwei Jahren geschehen? Während in der Leipziger Innenstadt Legida und Legida-Gegner demonstrierten, marschierte ein rechter Mob in den linken Stadtbezirk und zerstörte zahlreiche Schaufenster und Geschäfte. Nach relativ kurzer Zeit kesselte die Polizei über 200 Randalierer ein und nahm sie fest. Relativ schnell waren linke Aktivisten und die Presse vor Ort – darunter auch Leipzig Fernsehen, das massiv in seiner Arbeit gestört wurde.

In den letzten zwei Jahren gab es keine rechten Übergriffe mehr in Connewitz. Statt dessen machte der Stadtbezirk immer wieder durch linke Randalierer auf sich aufmerksam. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die beschuldigten Neonazis in naher Zukunft verurteilt werden.