Neue Erste-Hilfe-Ausbildung für Autofahrer

Ab 1. April wird in der Erste-Hilfe-Ausbildung für Autofahrer mehr Wert auf das praktische Üben gelegt. „Mit den neuen Kursen wird dafür gesorgt, dass die konkret praktischen Erste-Hilfe-Handlungen intensiver trainiert werden.“, so Ralf Loges vom DRK Bildungswerk Sachsen. +++

Ab 1. April gelten neue Regeln für die Erste-Hilfe-Ausbildung. Vor allem der Praxisteil gewinnt an Bedeutung. Künftige Autofahrer müssen 45 Minuten mehr aufwenden, da der bisher obligatorische Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ (mit bisher acht Unterrichtsstunden von jeweils 45 Minuten) durch einen neuen Neun-Stunden-Kurs ersetzt wird.

„Mit den neuen Kursen wird dafür gesorgt, dass die konkret praktischen Erste-Hilfe-Handlungen intensiver trainiert werden, damit die Bürger im Ernstfall keine Hemmungen haben die Verletzten zu versorgen und Leben zu retten“, so Ralf Loges, Abteilungsleiter Fort- und Weiterbildung des DRK Bildungswerk Sachsen.

Wie wichtig sattelfeste Erste-Hilfe-Kenntnisse sind, zeigt die unterlassene Hilfe dutzender Autofahrer nach einem schweren Unfall im Januar auf der A2 bei Magdeburg. Unsicherheit bei den Erste-Hilfe-Kenntnissen wird oft als Entschuldigung für unterlassene Hilfeleistung angeführt. Das DRK schafft hier Abhilfe. Wir raten allen Bürgerinnen und Bürgern in Abständen von drei bis fünf Jahren einen Wiederholungkurs in Erster-Hilfe zu besuchen. Dabei lässt sich das Erste-Hilfe-Wissen auffrischen, erweitern und praktisch trainieren.

 Unfallzeugen leisten oft aus Angst etwas falsch zu machen keine Erste Hilfe. Wer nichts tut, macht nichts verkehrt – so der verbreitete Irrglaube. Unterlassene Hilfeleistung kann ein Straftatbestand sein. Bedenken, bei einer Erste-Hilfe-Handlung für mögliche Schäden belangt zu werden, sind unbegründet. Solange der Ersthelfer nach bestem Wissen und Gewissen handelt, hat er nichts zu befürchten. Entstehen dem Helfer bei der Ersten-Hilfe Schäden z.B. an der Kleidung, kommt dafür zumeist der Unfallverursacher auf.

Die Hilfsorganisationen und die gesetzlichen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen) haben eine Revision der Erste-Hilfe-Grundausbildung und der Erste-Hilfe-Fortbildung beschlossen, die am 1. April 2015 wirksam wird. Ziele der Revision sind unter anderem eine Annäherung an europaweite Standards, eine Verbesserung der Hilfeleistungsfähigkeit, die Modernisierung der Unterrichtsgestaltung sowie eine Optimierung des Praxisbezuges.

Die Revision wird voraussichtlich auch die Kurse für Führerscheinbewerber in „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ betreffen. Diese Änderung befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren und steht zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abschließend fest. Diese Kurse sind laut Fahrerlaubnis- Verordnung (FeV, § 19 (1)) für den PKW- und Motorradführerschein notwendig.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz / Landesverband Sachsen e.V.